Wohnungsnot extrem: Warum es trotz Milliarden-Förderung nur schlimmer wird

Lennart Pfahler
Berlin: Die Hauptstadt wird immer teurer.

Eigentlich ist es ein Wunder, dass es in Deutschland noch Mieten gibt – so oft wie sie in Medienberichten der vergangenen Jahre bereits explodiert sind.

► Die knalligen Schlagzeilen zeugen von einer alarmierenden Entwicklung: In Ballungsräumen sind die Mieten seit 2010 um rund 30 Prozent gestiegen, in München um rund 50 Prozent, in Teilen Berlins gar um 70 Prozent.

Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, überall fehlt es an Wohnraum, das treibt die Preise. Dazu kommt: Die Kommunen kommen nicht nach, bezahlbare neue Wohnungen zu bauen. Besonders für die Ärmsten wird die Mietkrise dramatisch.

Denn obwohl der Bund 2017 1,5 Milliarden Euro mehr für Sozialwohnungen bereitstellte, nahm die Zahl dieser ab. Etwa 1,2 Millionen Sozialwohnungen gab es 2017 in Deutschland – 46.000 weniger als im Jahr zuvor. Das ergab eine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung.

Benötigt werden jährlich rund 80.000 neue Sozialwohnungen, zuletzt wurden aber nur 25.000 fertiggestellt.

Wie kann das sein? Die HuffPost hat in vier Städten nachgefragt.  

Die Gesamtlage:

Deutschlandweit sinkt die Gesamtzahl der Sozialwohnungen seit Jahren. Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, gab es im Jahr 1990 noch fast drei Millionen staatlich geförderte Wohnungen. Dafür, dass es nun fast nur noch ein Drittel sind, gibt es mehrere Gründe. 

Viele Jahre lang verkauften Kommunen und Länder Wohnungen, die eigentlich für weniger Wohlhabende gedacht waren, an private Investoren. Ebenso wurden große Teile der Grundstücke gewinnbringend an die private Hand verkauft. Damit hat der Staat ein Stück weit die Kontrolle darüber aufgegeben, was am Wohnungsmarkt passiert.

► Dazu kommt: Viele Sozialwohnungen verlieren jedes Jahr den Status als Sozialwohnung.

Denn baut ein privater Investor Sozialwohnungen erhält er dafür staatliche Förderung. Im Gegenzug bestimmen die Städte eine “angemessene Miete” – wobei die Höhe stark schwankt.

Die von der...

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