Wolf Biermann singt Nationalhymne aufgrund persönlicher Erfahrung nicht gern

Wolf Biermann

Der Liedermacher Wolf Biermann singt die Nationalhymne wegen einer persönlichen Erfahrung nicht gern. Er habe 1943 mit seiner Mutter auf der Hamburger Mönckeberstraße gestanden, als eine SA-Kompanie vormarschierte und das Lied grölte, berichtete Biermann dem Magazin "Stern" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Einer der SA-Männer habe seiner Mutter dabei dem Arm zum Hitlergruß hochgerissen und ihr in den Hintern getreten.

"Dafür kann Hoffmann von Fallersleben nichts, der in edler Einfalt und Liebe zu Deutschland dieses Lied dichtete. Der geniale Komponist Joseph Haydn schon gar nicht. Aber ich kann auch nichts dafür", sagte der Sänger. Biermann wurde in Hamburg geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte er als junger Mann in die DDR über. Wegen Regimekritik wurde er dort 1976 ausgebürgert.