Wolfgang Joop: Das hat er aus seinem Shitstorm gelernt

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Wolfgang Joop musste für Aussagen zum früheren Umgang mit Models Kritik einstecken. In einem Interview hat er nun erklärt, wie es zu dem Shitstorm kam und was er daraus gelernt hat.

Darauf hätte Wolfgang Joop vor seinem Shitstorm
Darauf hätte Wolfgang Joop vor seinem Shitstorm "besser achten sollen". (Bild: imago images/Future Image)

Vor rund einer Woche war Designer Wolfgang Joop (77) für seine Aussage zum früheren Umgang mit Models in die Kritik geraten. In einem Interview mit dem "Spiegel" hatte er den alten Zeiten in der Modewelt nachgetrauert: "Diese Welt war so wunderbar frivol und frigide. Alles war käuflich. Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer." Dass er damit offenbar die wundervolle Frivolität der Modeszene mit der sexuellen Ausbeutung erfolgloser Models in Verbindung brachte, sorgte für kritische Stimmen. 

Aussage war metaphorisch gemeint

"Meine Antwort 'Ohne Sünde macht die Mode keinen Spaß' war metaphorisch gemeint", erklärte Joop nun eine weitere Aussage des Interviews im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" ("WamS"). "Ich habe den Zustand der Modewelt in den Jahren vor dem Smartphone beschrieben mit allen Exzessen und dieser zynischen Frigidität, die damals herrschte. Das war es auch schon", sagte der Designer. 

Das könne man richtig verstehen, aber auch falsch, wenn man möchte, darauf hätte er besser achten sollen, gibt Joop zu. Viel schlimmer sei noch gewesen, dass ihm Aussagen untergeschoben worden seien. Mit dem Satz "Besser Kontakt mit reichen Männern haben, als an der Supermarktkasse sitzen" habe er nur die verbreitete Meinung der Models wiedergegeben. Er sei aber von einer Tageszeitung dahingehend zitiert worden, was beleidigend gegenüber allen Kassiererinnen geklungen habe, die jedoch seinen größten Respekt hätten. Dass er ein Gespür für die Zeit verloren habe, sei albern. "Ich war immer ein Kind der Zeit. Das werde ich auch mit neunzig sein. Aber die Welt hat sich auf neue Themen eingestellt, das muss man akzeptieren."

In einem offenen Brief hatte Joop nach Veröffentlichung des Interviews bereits erklärt, dass er mit der "Korruption und Frivolität" der Fashion-Szene der 1970er- und 1980er-Jahre abrechnen wollte. Dass er im gleichen Atemzug die "Sünde in der Modewelt" glorifizierte, bezeichnete er selbst als "deplatziert".

Das hat er von Heidi Klum gelernt

Im "WamS"-Interview sprach Joop auch über seine Jury-Erfahrungen bei der Model-Castingshow "GNTM". Am Anfang habe er mit seinem dortigen Auftritt etwas gefremdelt. "Ich, ein älterer Herr, mit all den Kandidatinnen, da muss man einen Weg finden, dass man nicht komisch wirkt." Er habe sich dann in der Rolle als väterlicher Lehrer gesehen. 

Er sei immer ehrlich gewesen und habe den Models klar gemacht, dass sie ständig von allen beurteilt werden. "Vor und hinter dem Rücken. Das muss man ertragen können." Von Model-Mama Heidi Klum (48) habe er bei der Show noch etwas lernen können: "Sich auf Kommando anzuknipsen, präsent zu sein. Auch wenn das sehr anstrengend sein kann. Ich weiß nicht, wie sie das Wahnsinnsprogramm, das sie abspult, schafft. Es ist mir fast schon unheimlich."

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