"Wir wollen Taten sehen": Bislang größter Klimaprotest bei der COP27

Bei der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich haben am Samstag Hunderte Aktivistinnen und Aktivisten für ein Ende der Nutzung fossiler Brennstoffe demonstriert. Gleichzeitig forderten sie, dass die westlichen Staaten für die durch den Klimawandel verursachten Schäden aufkommen müssten.

Die philippinische Klimaaktivistin Mitzi Jonelle Tan erklärte, dass man nicht aufhören werde, drastische Emissionssenkungen und Klimareparationen von den Ländern zu fordern, die für die Schäden verantwortlich seien, "für die wir aufkommen müssen".

"Wir wollen keine Ablenkungsmanöver"

Und Joseph Mithika Mwenda von der Panafrikanischen Allianz für Klimagerechtigkeit sagte: "Wir wollen Taten sehen, wir wollen keine Ablenkungsmanöver. Wir wollen Klimaschutzmaßnahmen und Klimagerechtigkeit. Lasst uns demonstrieren, dass unsere Stimme gehört wird."

Der Protest in Scharm el Scheich war der bisher größte seit Beginn der COP27, jedoch sehr klein im Vergleich zur Demonstration vor einem Jahr bei der COP26 in Glasgow. Damals zogen Zehntausende Demonstranten durch die schottische Stadt. In Ägypten ist die Meinungs- und Versammlungsfreiheit extrem eingeschränkt, Proteste sind faktisch verboten. Die Aktion am Samstag fand unter UN-Aufsicht statt.

Olivia Zhang/AP Photo
Proteste für mehr Klimagerechtigkeit bei der COP27 - Olivia Zhang/AP Photo

Demonstration am Braunkohletagebau Garzweiler

Klima-Proteste fanden auch in mehreren Städten Europas statt. In der spanischen Hauptstadt Madrid etwa hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu einer Kundgebung aufgerufen.

In Deutschland protestierten mehr als 1000 Menschen am Braunkohletagebau Garzweiler für den Erhalt des Orts Lützerath. In London und weiteren britische Städten forderten Tausende auf den Straßen eine konsequentere Klimapolitik. Auch im französischen Lille, der Hauptstadt Paris und anderen europäischen Städten gab es Klima-Demos.