Wollte die CIA Julian Assange umbringen lassen?

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Neue Enthüllungen zum Fall Julian Assange sorgen für Empörung. Offenbar überlegte Trumps CIA-Chef, den Wikileaks-Gründer entführen oder sogar umbringen zu lassen.

Unterstützer fordern Julian Assanges Freilassung bei einer Demonstration im August vor dem High Court in London. (Bild: Ming Yeung/Getty Images)
Unterstützer fordern Julian Assanges Freilassung bei einer Demonstration im August vor dem High Court in London. (Bild: Ming Yeung/Getty Images)

Im Jahr 2017, dem ersten der Trump-Regierung, sollen führende CIA-Mitarbeiter über verschiedene Optionen diskutiert haben, wie sie mit Julian Assange umgehen sollen. Wie eine Recherche von Yahoo News herausfand, sollen die Verantwortlichen unter CIA-Chef Mike Pompeo selbst vor der Möglichkeit einer Exekution nicht zurückgeschreckt sein.

Persönlicher Rachefeldzug

Laut eines US-Reports, in dem ehemalige CIA-Mitarbeiter zitiert werden, seien Pompeo und einige weitere CIA-Offiziere persönlich wütend auf Assange gewesen. Vor allem die Veröffentlichung der CIA-Hacking-Informationen unter dem Namen "Vault 7" auf WikiLeaks habe sie erzürnt. Bis heute gilt "Vault 7" als der größte Datenverlust in der Geschichte des Geheimdienstes. Eine Quelle in dem Bericht verriet: "Sie wollten Blut sehen." Die CIA-Leitung habe damals komplett realitätsfern agiert "weil sie so beschämt über 'Vault 7' waren", so die Quelle aus Trumps National Security Team. Für die Recherche hatte Yahoo News mit insgesamt mehr als 30 ehemaligen Regierungsmitarbeitern gesprochen. Acht davon beschrieben die Pläne der CIA, Assange entführen zu lassen, im Detail.

"Es gab keine Grenzen"

Zu diesem Zeitpunkt saß der Australier bereits seit fünf Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest, die ihm Asyl gewährt hatte. Doch das Exil reichte der Trump-Regierung anscheinend nicht aus. Ein Mitglied der Terrorbekämpfungseinheit verriet, es habe gewirkt, als gebe es "keine Grenzen". Mitglieder der CIA-Führung hätten sich Skizzen und Optionen für eine Exekution Assanges aufzeigen lassen. Dazu passt auch, dass Pompeo WikiLeaks im gleichen Jahr als "nicht-staatlichen feindlichen Geheimdienst" bezeichnete. Diese Kategorisierung erlaubt es der CIA, mit härteren Mitteln vorzugehen.

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Gegenüber Yahoo News und dem britischen Guardian wollte sich die CIA auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Assanges US-amerikanischer Anwalt Barry Pollack sagte gegenüber Yahoo News, er hoffe nun, dass die britischen Gerichte diese Information mit einbeziehen, wenn über eine mögliche Auslieferung seines Mandanten an die USA entschieden werde. "Als amerikanischer Bürger finde ich es absolut empörend, dass unsere Regierung es in Betracht ziehen würde, jemanden ohne Gerichtsverfahren entführen oder umbringen zu lassen, nur weil er wahre Informationen veröffentlich hat", so Pollack. 

Gegen Assange wendet die US-Regierung den sogenannten Espionage Act an, was heftig umstritten ist, weil so ein Präzedenz-Fall zur Unterdrückung der Pressefreiheit geschaffen werden könnte. Seit 2012 hielt sich Assange in der ecuadorianischen Botschaft auf. 2019 wurde er aufsehenerregend verhaftet und sitzt nun in einem Londoner Gefängnis fest, von wo aus er sich gegen seine Auslieferung in die USA wehrt.

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