"Was wir wollten": So ist der neue Film mit Elyas M'Barek

(cam/spot)
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Lavinia Wilson und Elyas M'Barek in "Was wir wollten". (Bild: Netflix)
Lavinia Wilson und Elyas M'Barek in "Was wir wollten". (Bild: Netflix)

Der neue Film von "Fack Ju Göhte"-Star Elyas M'Barek (38) ist ab 11. November in Deutschland auf Netflix verfügbar. Mit "Was wir wollten" feiert der Schauspieler Premiere bei dem Streamingdienst, auch wenn der Film ursprünglich für das österreichische Kino produziert wurde. Elyas M'Barek, den seine Fans in Komödien wie "Das perfekte Geheimnis" lieben, zeigt in "Was wir wollten" eine andere Seite von sich. Das Beziehungsdrama behandelt ein Tabu-Thema. Den Fachverband der Film- und Musikwirtschaft hat der Film jedenfalls überzeugt: "Was wir wollten" ist Österreichs Kandidat für den Auslandsoscar.

Darum geht es in "Was wir wollten"

Alice (Wilson) und Niklas (M'Barek) sind ein junges Paar, das sich nichts sehnlicher wünscht, als gemeinsam ein Kind zu bekommen. Nach mehreren gescheiterten In-vitro-Versuchen wollen sie mit einem Urlaub auf Sardinien den Kopf frei bekommen. Genau dort allerdings kommt alles hoch, was sie bisher versucht haben zu verdrängen. Als Nachbarn haben sie zudem eine vierköpfige Familie aus Tirol, die auf den ersten Blick all das zu haben scheint, wovon sie schon immer geträumt haben. Doch der glückliche Schein trügt.

Lavinia Wilson und Elyas M'Barek kämpfen um ihre Liebe

Regisseurin Ulrike Kofler (46), von der auch das Drehbuch stammt, widmet sich mit "Was wir wollten" einer besonderen Herausforderung für Paare: dem unerfüllten Kinderwunsch. Ein Thema, mit dem mehr Paare zu kämpfen haben als man meint, über das aber kaum offen gesprochen wird. Schwangerschaften und Geburten werden in der Regel begeistert, oftmals gar öffentlich, gefeiert. Doch was, wenn es nicht klappt? Über Fehlgeburten oder gescheiterte künstliche Befruchtungen wird selten gesprochen. Ein Tabu-Thema, das auch in Filmen und Serien kaum aufgegriffen wird. Umso wichtiger, dass es nun auf einer großen Plattform passiert.

Noch dazu mit Elyas M'Barek in einer der Hauptrollen. Der Publikumsliebling dürfte den ein oder anderen Zuschauer anlocken. Doch alle Fans, die klassische Elyas-M'Barek-Kost erwarten, seien vorgewarnt: Dieser Film ist anders. Und auch der Schauspieler zeigt eine neue Seite von sich - abseits des für ihn so typischen Sonnyboys mit den flotten Sprüchen und dem Lächeln, das reihenweise Frauenherzen zum Schmelzen bringt. Dafür bekommt man mal seinen österreichischen Akzent zu hören. Als Niklas trägt er Schnauzbart und kommt ungewohnt wortkarg daher. Das Unausgesprochene wiegt hier aber umso schwerer und bedrückender.

Was macht es mit einem Paar, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt? Lavinia Wilson und Elyas M'Barek präsentieren in ihren Performances zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Verarbeitung. Dabei wird deutlich, wie schwer das eine Beziehung belasten kann. Wenn der Sex vom Liebesakt zur Pflichterfüllung wird. Wenn die Frau und der Mann jeweils mit dem "Versagen" des eigenen Körpers zu kämpfen haben. Wenn es einfacher ist, sich Fremden zu öffnen als dem eigenen Partner. Wenn von außen gut gemeinte Floskeln und Ratschläge einprasseln. Wenn vieles schlichtweg unausgesprochen bleibt. Kann die Liebe das überstehen?

Fazit

"Was wir wollten" ist ein beklemmendes Beziehungsdrama, bei dem das Zusehen manchmal richtig weh tut. Lavinia Wilson und Elyas M'Barek spielen diese Distanz und Verzweiflung in ihrer Beziehung eindrucksvoll. Von Zeit zu Zeit möchte man ihnen zurufen: Redet doch einfach miteinander. Aber so einfach ist das eben nicht, wenn der große Lebenstraum scheitert. Ein Film mit Ecken und Kanten, der aber nicht nur Paare widerspiegelt, die keine Kinder bekommen können. "Was wir wollten" zeigt die Schattenseiten von Beziehungen, die zur Realität ebenso dazugehören wie Happy Ends.