Wunsch der NATO beizutreten stößt bei Finnen auf Zustimmung

Trotz Warnungen aus Moskau haben sich Finnlands Präsident Sauli Niinisto und Ministerpräsidentin Sanna Marin für einen "unverzüglichen" Nato-Beitritt ausgesprochen. Eine offizielle Erklärung wird für diesen Sonntag erwartet.

Helsinki beteuerte, dass die Entscheidung für einen NATO-Beitritt keine Bedrohung für irgendjemanden darstelle. Niinisto erklärte, dass die Gewährleistung von Finnlands Sicherheit schon immer das oberste Ziel gewesen sei. Ein NATO-Beitritt sei nicht gegen jemanden gerichtet. Russland sei und bleibe Finnlands Nachbar.

Bei den Finnen stößt die Erklärung größtenteils auf Zustimmung.

"Die NATO wird uns natürlich Sicherheit geben. Das ist der Grund, warum wir in der NATO sein wollen. Wir hätten schon seit den 1990er Jahren in die NATO eintreten sollen, als es möglich war", sagte eine Rentnerin.

"Wir haben 1939 allein da gestanden, wir wollen das nicht noch einmal erleben. Jeder Veteran, der gekämpft und überlebt hat, sagt: "niemals wieder allein stehen", meint ein anderer Mann.

Moskau hingegen verurteilt die Entscheidung seines Nachbarlandes. Kreml-Sprecher Dmitrj Peskow erklärte, dass man immer wieder gewarnt habe, dass die Erweiterung der NATO und die Annäherung der militärischen Infrastruktur der Allianz an Russlands Grenzen die Welt und vor allem den europäischen, eurasischen Kontinent nicht stabiler und sicherer mache. Es gebe eine aktuelle Anweisung des (russischen) Präsidenten und des Oberbefehlshabers, eine Liste von Maßnahmen zur Stärkung der russischen Westflanken, die in Verbindung mit der Stärkung der Ostflanke der NATO stehe, also für den Fall, dass sich die NATO weiter in Richtung Russland ausbreite."

Finnlands NATO-Beitritt werde dem russisch-finnischen Verhältnis großen Schaden zufügen, hieß es aus Moskau. In Finnland, das eine rund 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, hatte es nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine einen rapiden Meinungsumschwung hinsichtlich einer möglichen Nato-Mitgliedschaft gegeben. In einer Umfrage des Senders Yle sprachen sich zuletzt 76 Prozent der Befragten für einen Beitritt aus.

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