"Es wurde Zeit": Angela Merkel spricht bei Filmpremiere von "Die Unbeugsamen" über Frauenrechte

Bundeskanzlerin Angela Merkel (vorne, Mitte) besuchte die Filmpremiere von "Die Unbeugsamen" in Berlin. Auf dem Foto ist sie mit Rita Süssmuth (vorne, links) und Roswitha Verhülsdonk zu sehen. Hintere Reihe von links: Regisseur Torsten Körner, Christa Nickels, Renate Schmidt 
und Produzent Leopold Hoesch. (Bild: Majestic)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (vorne, Mitte) besuchte die Filmpremiere von "Die Unbeugsamen" in Berlin. Auf dem Foto ist sie mit Rita Süssmuth (vorne, links) und Roswitha Verhülsdonk zu sehen. Hintere Reihe von links: Regisseur Torsten Körner, Christa Nickels, Renate Schmidt und Produzent Leopold Hoesch. (Bild: Majestic)

Dieser Dokumentarfilm ist hochpolitisch: In "Die Unbeugsamen" werden Politikerinnen der Bonner Republik interviewt, die sich die Teilhabe an der Demokratie erkämpfen mussten. Da zog es sogar Kanzlerin Angela Merkel zur Filmpremiere, die den porträtierten Frauen in einem Grußwort Respekt aussprach.

Bisher galt das Kino nicht als großes Hobby von Angela Merkel. Acht Jahre lang absolvierte sie keinen offiziellen Auftritt als Bundeskanzlerin bei einer Kinopremiere - bis Montag. Für "Die Unbeugsamen" (Majestic Filmverleih) von Torsten Körner ließ sich Merkel das erste Mal seit 2013 wieder in einem Kinosessel nieder, im Berliner Delphi-Filmpalast. Grund dafür dürfte allen voran der zeithistorische politische Inhalt des Dokumentarfilms sein. Er porträtiert die Pionierinnen der deutschen Politik, welche sich die Teilhabe an demokratischen Entscheidungsprozessen in der Bonner Republik erkämpfen mussten - vor allem gegen machthungrige Männer. Nicht zuletzt haben sie auch Merkel den Weg geebnet.

So richtete die bald scheidende Kanzlerin auch ein Grußwort ans Premierenpublikum. Die gezeigten Politikerinnen "haben sich nicht mundtot machen lassen und dafür verdienen sie unseren Respekt", so Merkel. In ihrer Rede erinnerte sie auch an die von den Taliban bedrohten Frauen in Afghanistan, "die um ihr Leben fürchten, weil sie sich politisch engagiert haben". Dass sie in der aktuellen Lage überhaupt zur Filmpremiere erschien, brachte Merkel jedoch auch Kritik ein. Schließlich sei es "ihre Regierung" gewesen, "die viel zu spät die Bundeswehr-Flugzeuge losgeschickt hatte, um die Menschen aus der Taliban-Hölle zu befreien", schreibt "Bild".

Unter anderem berichten Christa Nickels (Die Grünen, links) und Ingrid Matthäus-Maier (FDP / SPD) in "Die Unbeugsamen" von ihren Erlebnissen als Pionierinnen der deutschen Politik.  (Bild: Majestic)
Unter anderem berichten Christa Nickels (Die Grünen, links) und Ingrid Matthäus-Maier (FDP / SPD) in "Die Unbeugsamen" von ihren Erlebnissen als Pionierinnen der deutschen Politik. (Bild: Majestic)

Prominente Gästeliste

Laut Kanzlerin Merkel sei selbst in einer gefestigten Demokratie ein "Engagement in der Bundesrepublik, in der Bundespolitik, für Frauen auch heute nicht immer einfach." Was Politikerinnen in früheren Jahrzehnten erlebt hätten, sei jedoch noch einmal ein ganz spezielles Kapitel bundesdeutscher Geschichte. Nun werde dieses Kapitel durch den Dokumentarfilm ins Zentrum gerückt. "Es wurde Zeit", so die CDU-Politikerin.

Ihr Grußwort schloss Angela Merkel mit den Worten: "Ich wünsche diesem Film nicht nur viele Zuschauerinnen" - Betonung auf 'innen' -, "sondern auch viele Zuschauer." Neben der Bundeskanzlerin sowie den Pionierinnen, die im Film porträtiert werden, waren unter anderem Carola von Braun, Elisabeth Haines, Ursula Männle, Ingrid Matthäus-Maier, Christa Nickels, Renate Schmidt, Helga Schuchardt, Rita Süssmuth und Roswitha Verhülsdonk der Einladung gefolgt. Auch ZDF-Nachrichtensprecher Claus Kleber sowie Grünen-Politikerin Renate Künast waren zu Gast. Aus der Schauspielbranche erschienen unter anderem Iris Berben, Maren Eggert und Ulrich Matthes zur Premiere, ebenso wie Autor Benjamin von Stuckrad-Barre.

In "Die Unbeugsamen" kommen die Politikerinnen der Bonner Republik zu Wort und berichten von bitteren, teils absurden Vorurteilen und sexueller Diskriminierung. Gefragt waren damals vor allem Geduld und Ehrgeiz. "Wenn die Wahl gewesen wäre zwischen der besten Frau von allen in den Siebzigern und einem dummen August, dann wäre der dumme August Kanzler geworden", berichtet etwa Christa Nickels, ehemals Politikerin der Grünen.

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