WWF: Deutschland geht der eigene Fisch aus - die Überfischung ist schuld

Die Deutschen essen mehr Fische und Meeresfrüchte als in heimischen Gewässern gefangen werden

Die Deutschen essen mehr Fische und Meeresfrüchte als in heimischen Gewässern gefangen werden. Am 29. April ist "Fish-Dependence-Day", denn dann hat Deutschland rechnerisch den Fisch aus eigener Fischerei aufgebraucht und muss auf Importe setzen, wie die Naturschutzorganisation WWF am Donnerstag mitteilte. Dass mittlerweile 87 Prozent des hierzulande verzehrten Fische eingeführt werden müssen, liegt an der Überfischung der europäischen Bestände, erklärte WWF-Expertin Stella Nemecky.

?Deutschland kann sich nur vier Monate lang selbst mit Fisch versorgen, für den Rest des Jahres essen wir importierten Fisch, der oft anderswo fehlt. Die Überfischung der europäischen Bestände ist dafür mitverantwortlich?, erläutert Stella Nemecky, Fischereiexpertin des WWF. Fast die Hälfte der Fischbestände in EU-Gewässern ist überfischt, mit weitreichenden Folgen: Wegen der Überfischung in eigenen Gewässern steige der Fischereidruck in anderen Teilen der Welt. "Wir exportieren Überfischung und beeinflussen damit auch das Leben von Menschen, die stärker von Fisch abhängig sind als wir", erklärte Nemecky.

Laut einer WWF-Studie werden sich Millionen Menschen im globalen Süden ihr Grundnahrungsmittel Fisch im Jahr 2050 wegen des Exports finanziell nicht mehr leisten können. Der WWF fordert Verbraucher daher auf, Fisch als Delikatesse zu betrachten und sich beim Kauf für nachhaltige Produkte zu entscheiden.

Die Politik könnte die Überfischung in europäischen Meeren und damit auch die Importabhängigkeit reduzieren. "Europa hat hochproduktive Meere, allerdings müssten wir besser damit umgehen und Fischerei nachhaltig betreiben", forderte Nemecky.

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