Yanni oder Laurel? Audio-Clip spaltet das Netz

Yanni oder Laurel – was hören Sie, wenn Sie den Audio-Clip abspielen, der derzeit im Netz die Runde macht? Die Internet-User sind jedenfalls unterschiedlicher Meinung.

Was hören Sie – Yanny oder Laurel? (Bild: Getty Images)

Spätestens seit dem “Dressgate” wissen wir, dass nichts so ist, wie es scheint. Dort, wo manche Menschen ein Kleid in Weiß-Gold sehen, sehen andere wiederum eins in Blau-Schwarz. Ähnlich verhält es sich mit einem Audio-Clip, der sich rasend schnell im Netz verbreitet. “Was hörst du? Yanny oder Laurel”, fragt Influencerin und Video-Bloggerin Cloe Feldman zu dem Soundschnipsel, den sie postete.

“Ich höre Yanny”, so ein User. “Ich habe es mir zehn Mal angehört und kann nicht verstehen, wie man Laurel hören kann.”

Ein anderer Twitter-Nutzer behauptet das genaue Gegenteil. “Wie kann es sein, dass alle Yanny hören? Ich höre Laurel laut und deutlich.”

Und wieder ein anderer ist sicher, dass es nur Yanny sein kann. “Da kann man unmöglich ‘Laurel’ raushören. Verliere ich meinen Verstand?”

Um dahinterzukommen, wieso einige etwas anderes hören, hat ein Twitter-User das Abspielen des Clips verschnellert. “Ok, als ich es schneller gemacht habe, konnte ich Yanny hören. Vorher habe ich nur Laurel wahrgenommen”, schreibt er.

Ein Nutzer bringt sogar wieder das “Dressgate” ins Spiel und möchte wissen, ob die Leute, die Yanny hören, ein blau-schwarzes Kleid und diejenigen, die Laurel hören, ein weiß-goldenes Kleid sehen.

Doch, wie kann es sein, dass nicht alle Menschen das Gleiche hören? Ein User ist der Meinung, dass man nur die Basstiefe ändern muss, um etwas anderes zu hören:

Britt Yazel, ein Wissenschaftler im UC Davis Center for Mind and Brain erklärte dem Online-Portal “Popular Science“, was wir hier wirklich hören: “Nachdem ich mir die Spektogramme angesehen und mit ein paar Filtern herumgespielt habe, glaube ich ganz ehrlich, dass es sich einfach um das Wort ‘Laurel’ handelt, über das ein paar hohe Frequenzen drübergelegt wurden.“

Erst dachte er, es würde sich um zwei übereinander gelegte Stimmen handeln, doch dann fand er heraus, dass die darübergelegten Frequenzen, die über 4,5 kHz liegen, dazu führen, dass manche Menschen “Yanny“ hören.

Und auch Sprachwissenschaftler Brad Story von der Universität Arizona sagte, dass es um die Frequenzen geht, die wir hören oder erwarten zu hören. Er stellte die Datei sogar bildlich dar:

Bild: Brad Story/Popsci

Er sprach “Laurel” und “Yanny” ein und verglich sie mit dem umstrittenen Audio. Nach seiner Analyse gleichen die Wellenlängen von “Laurel” eher der Datei, die viral geht. “Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Originalaufnahme ‘Laurel’ war,” so Story. “Der Grund für die Verwirrung könnte sein, dass es eine Gruppe von Frequenzen gibt, die durch die Form unserer Kehle und unseres Mundes erzeugt werden.”

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