You Xie aus China: “Wenn ich auf Deutschland blicke, habe ich große Sorge"

Jan David Sutthoff

You Xie kam 1988 aus China nach Deutschland.

Es ist der 8. Juni 1988, als You Xie aus China mit seiner Frau Shenua Xie-Zhang in Bamberg ankommt. Hier kann er studieren, und die Wohnungen sind günstig. 

Vor seiner Abreise nach Deutschland hat ihm sein Vater eine Aufgabe gegeben: Er solle lernen, wie Europa so hervorragende Politiker wie Konrad Adenauer hervorgebracht hat. Und warum nach dem Zweiten Weltkrieg eine Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich möglich war, China und Japan aber seit Jahrzehnten Feinde sind.

Am Sonntag läuft Xie durch die fränkische Stadt und fühlt sich fremd. “Hier war nichts los”, sagt er. “In China ist an Sonn- und Feiertagen viel los in den Städten. Es war ein Kulturschock für mich.” 

 

Dann habe er erfahren, dass die Deutschen sonntags in die Kirche gehen – und ist auch Christ geworden. Er ist Mitglied einer evangelischen Kirchengemeinde.

Wenn er heute an seine eigene Integrations-Geschichte denkt, sagt er: “Ich bin sehr stolz darauf, und versuche, ein echter Bamberger zu werden.” 

In Deutschland ist vieles anders als in seiner Heimat. Vor allem kann man sagen, was man denkt. “Die Deutschen können glücklich sein”, sagt Xie. “In China wirst du vielleicht auf der Straße erschossen. Das Land liegt Jahre...

Weiterlesen auf HuffPost