Zöliakie-Schnelltests bieten keine sichere Diagnose

Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. Foto: Andrea Warnecke

Ein kleiner Pieks in den Finger, ein wenig Blut auf einem Teststreifen - und schon zeigt sich, ob jemand die Autoimmunerkrankung Zöliakie hat oder nicht. Das jedenfalls versprechen Schnelltests aus der Apotheke.

Sicher seien diese rezeptfrei erhältlichen Tests aber nicht, warnt die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG). Nur ein Arzt könne eine Diagnose stellen. Die Tests stellen fest, ob sich im Blut des Probanden Transglutaminase-IgA-Antikörper befinden. Menschen, die das Klebeiweiß Gluten nicht vertragen, bilden diese Antikörper - allerdings nicht immer. Es gebe zum einen Zöliakie-Patienten, die keine Antikörper bilden. Andere bilden sie, ohne dass sie Zölikaie haben, erklärt die DZG.

Es kann deshalb leicht passieren, dass der Test ein falsches Ergebnis anzeigt - ob positiv oder negativ. Der eine verzichtet dann unnötigerweise auf Gluten, andere essen weiterhin glutenhaltig und schaden damit ihrem Körper.

Fachärzte für Magen-Darm-Erkrankungen untersuchen im Blut nicht nur die Antikörper, sondern auch andere Hinweise auf eine Zöliakie. Ist das Ergebnis positiv, überprüfen sie zudem, ob eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut vorliegt, die typisch für Zöliakie ist.

In Deutschland ist laut DZG nur rund ein Prozent der Bevölkerung von der Autoimmunerkrankung betroffen. Sie äußert sich zum Beispiel durch ständige Bauchschmerzen, Durchfall oder Müdigkeit, kann aber auch sehr viel unspezifischere Symptome haben wie Kopf- oder Gelenkschmerzen.

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