Zahl der Ärzte in Deutschland weiter gestiegen

Zahl der Ärzte in Deutschland steigt weiter

Die Zahl der Ärzte in Deutschland ist weiter gestiegen: Nach einer am Montag in Berlin veröffentlichten Statistik der Bundesärztekammer (BÄK) arbeiteten im vergangenen Jahr in Kliniken, Praxen und anderen Einrichtungen insgesamt 378.607 Ärzte und damit rund 7300 mehr als im Vorjahr. Dennoch warnte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor einem weiteren Auseinanderklaffen zwischen Kapazitäten und Behandlungsbedarf.

Der Versorgungsbedarf steige schneller als die Zahl der Ärzte, die Schere öffne sich "immer weiter", erklärte Montgomery. Wie aus den BÄK-Daten hervorgeht, arbeiteten rund 194.400 Ärzte im vergangenen Jahr im Krankenhaus, knapp 152.000 waren ambulant tätig. Weitere rund 32.200 Mediziner waren bei Behörden und anderen Einrichtungen beschäftigt.

Die Ärzteschaft hat der Standesvertretung zufolge aber ebenso wie die Gesamtbevölkerung ein Alterungsproblem. "Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben", warnte Montgomery.

Zwar stieg im vergangenen Jahr die Zahl der unter 35-jährigen berufstätigen Ärzte um mehr als 2300 auf einen Anteil von 18,8 Prozent. Gleichzeitig sei aber auch der Anteil der über 59-Jährigen auf 17,9 Prozent angewachsen, während der Anteil der 40- bis 49-jährigen Ärzte auf 23,3 Prozent gesunken sei.

Der insgesamt leichte Zuwachs bei den Ärztezahlen relativiert sich Montgomery zufolge zudem angesichts der steigenden Behandlungszahlen in Kliniken und Praxen. Immer mehr angestellte Ärzte arbeiten auch Teilzeit. Allein im Jahr 2015 stieg der Anteil der Ärzte und Psychotherapeuten in Teilzeitanstellung nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung um 10,6 Prozent.

Der Ärztepräsident bekräftigte daher seine Forderung nach einer Aufstockung der Medizinstudienplätze um zehn Prozent. Im kürzlich vorgestellten "Masterplan Medizinstudium 2020" von Bund und Ländern ist dies allerdings nicht vorgesehen.

Etwas entschärft wird der Ärztemangel laut Bundesärztekammer durch die Zuwanderung. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte stieg im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent auf 46.721. Die meisten ausländischen Ärzte stammen demnach aus Rumänien (4285), Griechenland (3118), Syrien (2895) und Österreich (2600).

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