Zahl der Corona-Schutzimpfungen überschreitet Millionengrenze

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Mehr als eine Million Corona-Impfungen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Schutzimpfungen in Deutschland hat die Schwelle von einer Million überschritten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmittag eine Gesamtzahl von 1.048.160 Impfungen, 79.759 mehr als am Vortag. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) löste eine neue Debatte über mögliche Sonderrechte für Geimpfte aus.

Die Impfquote stieg bis Samstagmittag auf 1,26 Prozent. Spitzenreiter blieb Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 2,34 Prozent vor Schleswig-Holstein mit 1,92 Prozent. Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit einer Quote von 0,90 Prozent hinter Thüringen mit 1,03 Prozent. Sonntags werden vom RKI keine neuen Zahlen veröffentlicht.

Bislang wurde fast ausschließlich die erste von zwei Impfdosen gespritzt. Bis Sonntag erhielten aber auch bereits die ersten Menschen in Deutschland die zweite Dosis. Da die Impfkampagne vor rund drei Wochen begonnen hatte, dürfte die Zahl der Komplettimpfungen in den kommenden Tagen deutlich zunehmen. Nach der zweiten Injektion dauert es bei dem Biontech-Impfstoff noch etwa eine Woche, bis von einem vollen Impfschutz ausgegangen wird.

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Maas (SPD) sprach sich für eine Lockerung der Corona-Einschränkungen für Menschen mit einer Impfung gegen das Virus aus. "Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Wenn erst mal nur Geimpfte im Restaurant oder Kino sind, können die sich nicht mehr gegenseitig gefährden", begründete der Außenminister seine Haltung. Auch nehme ein Geimpfter "niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg".

Maas widersprach damit allerdings Aussagen anderer Regierungsvertreter. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte den Vorstoß im Redaktionsnetzwerk Deutschland als "Gespensterdebatte". Solche Beiträge schadeten der Impfkampagne, insbesondere angesichts der aktuellen Impfstoff-Knappheit. FDP-Chef Christian Lindner schrieb dagegen auf Twitter, es sei "selbstverständlich", dass bei geringerer Gefährdung auch Einschränkungen gelockert werden müssten.

Am Freitag hatte eine Ankündigung des US-Herstellers Pfizer für Irritationen gesorgt, wonach in den kommenden Wochen wegen Umbauarbeiten in einem Werk im belgischen Puurs deutlich weniger Impfstoff des deutschen Pfizer-Partners Biontech geliefert werden könne. Laut Bundesgesundheitsministerium ist die erwartete nächste Lieferung am 18. Januar aber davon nicht betroffen.

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Biontech teilte zudem am Freitagabend mit, in der Woche ab dem 25. Januar sei wieder eine Rückkehr zum bisherigen Zeitplan für die Lieferungen möglich, ab 15. Februar würden die Lieferungen sogar gesteigert. Die genauen Auswirkungen des Engpasses auf Deutschland blieben zunächst unklar. Die Gesamtmenge der Lieferungen des Biontech-Impfstoffs im ersten Quartal solle jedenfalls nicht geringer ausfallen, hieß es von den Unternehmen und Behörden.

Zudem gab Biontech am Wochenende neue Handlungsanweisungen bekannt, wonach der Impfstoff in verdünnter Form bis zu sechs Stunden bei Temperaturen von zwei bis acht Grad Celsius transportiert werden kann. Dies erleichtert insbesondere den mobilen Einsatz enorm.

Der Bayer-Konzern sicherte zu, im Ringen um eine größere Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen mitzuwirken. "Wir sind bereit, dafür alle Hebel in Bewegung zu setzen", sagte Bayer-Chef Werner Baumann der "Welt am Sonntag". Anfang Januar hatte der Pharmakonzern eine gemeinsame Vertriebs- und Entwicklungsallianz mit dem Tübinger Impfstoffhersteller Curevac angekündigt. Dessen Corona-Impfstoff wird allerdings noch erprobt.

Noch im Januar könnte zudem der Impfstoff von AstraZeneca in der EU zugelassen werden. Damit stünde neben den Präparaten von Biontech und dem US-Hersteller Moderna ein dritter Impfstoff zur Verfügung.

bk/jp

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