Zahl der Femizide in Frankreich auf 15-Jahres-Tief

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"Papa hat Mama getötet" steht auf einer Pariser Wand

Die Zahl der sogenannten Femizide ist in Frankreich auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen: Im vergangenen Jahr zählten die Behörden 90 Tötungen von Frauen durch ihre Lebensgefährten oder Ex-Partner, wie der französische Justizminister Eric Dupond-Moretti am Dienstag in Paris mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 146 gewesen. Dies gebe Anlass zur "Hoffnung", sagte Dupond-Moretti.

Die Zahl der Femizide ist die niedrigste seit Beginn der Erhebung in Frankreich im Jahr 2006. Der Justizminister führte dies unter anderem auf eine neue elektronische Handfessel für gewalttätige Männer zurück. Nach einem Runden Tisch gegen häusliche Gewalt 2019 hatte die Regierung zudem angekündigt, Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden.

Andere Formen von Gewalt gegen Frauen nahmen während der Corona-Pandemie dagegen deutlich zu: So wurden im vergangenen Jahr in Frankreich elf Prozent mehr Vergewaltigungen angezeigt und neun Prozent mehr Fälle innerfamiliärer Gewalt, wie das Innenministerium Ende Januar bekannt gegeben hatte.

lob/mid