Zahl homophober Straftaten in Berlin in ersten drei Quartalen deutlich gestiegen

Statue der Justitia mit Regenbogenflagge

In Berlin hat die Polizei in den ersten drei Quartalen des Jahres deutlich mehr Übergriffe auf Homo- oder Transsexuelle registriert. Die Fallzahl im Bereich der Hasskriminalität aus Gründen der sexuellen Orientierung stieg in dem Neumonatszeitraum von Januar bis September auf 261, wie die Beamten am Montag mitteilten. In den ersten drei Quartalen des Vorjahres waren es 184.

Von den 261 Straftaten bis Ende Oktober entfielen 68 auf Gewaltdelikte. Darunter waren 63 Körperverletzungen sowie einige wenige Raubtaten und eine Erpressung. Fünf wurden als sogenannte Propagandadelikte eingestuft. 188 weitere Taten gehörten in den Bereich "sonstiger Delikte". Dazu zählten 113 Beleidigungen, 46 Sachbeschädigungen, zwölf Nötigungen oder Bedrohungen und elf Volksverhetzungen.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg rief angesichts der aktuellen Zahlen alle Betroffenen auf, sich im Fall von Angriffen oder Beleidigungen stets an die Justizbehörden zu wenden. Dies gelte insbesondere auch für Hasskriminalität im Netz. "Auch die sozialen Medien sind kein rechtsfreier Raum - strafbare Handlungen sollten niemals toleriert und immer zur Anzeige gebracht werden", betonte dessen Geschäftsführer Jörg Steinert am Montag.