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Zahl der Schweineschlachtungen in Deutschland geht weiter zurück

DAMME (dpa-AFX) -Die Zahl der Schweineschlachtungen ist im vergangenen Jahr in Deutschland weiter deutlich gesunken. Insgesamt wurden 2022 mit 47,1 Millionen Schweinen 9,2 Prozent weniger Tiere geschlachtet als 2021. Einen solchen Einbruch habe es seit Beginn der Aufzeichnungen der Schlachtzahlen durch das Statistische Bundesamt im Jahr 1993 nicht annähernd gegeben, teilte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) am Dienstag im niedersächsischen Damme mit. Die Schlachtzahlen sind demnach seit sechs Jahren rückläufig und dürften auch künftig weiter zurückgehen. Im Jahr 2016 wurden noch fast 60 Millionen Schweine pro Jahr in Deutschland geschlachtet.

Besonders deutliche Rückgänge bei den Schlachtzahlen gab es den ISN-Marktexperten zufolge in Nordrhein-Westfalen, in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In NRW gingen die Schlachtungen um 5,7 Prozent auf 16,1 Millionen Tiere zurück, in Niedersachsen sogar um 10,8 Prozent auf 15,1 Millionen Schweine. In Sachsen-Anhalt betrug der Rückgang von 4,6 Millionen geschlachteter Tiere auf 3,4 Millionen sogar 24,6 Prozent. Steigerungen der Schlachtzahlen habe es nur in Hessen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gegeben.

Beim Schweinefleisch schrumpft sowohl der Inlands- wie auch der Exportmarkt. Die Branche spürt unter anderem den Trend zu einer fleischärmeren Ernährung, gleichzeitig sind die Kosten für die Betriebe zuletzt spürbar gestiegen. Wegen der Afrikanischen Schweinepest ist mit China ein wichtiger Auslandsmarkt weggebrochen.

In dem schrumpfenden Markt habe der ostwestfälische Branchenriese Tönnies mit 14,79 Millionen Schlachtungen seinen Spitzenplatz unter den Schlachtkonzernen behalten, hieß es. Tönnies habe sogar seinen Marktanteil um 0,6 Prozentpunkte auf 31,4 Prozent verbessert.

Auf Platz zwei folgt Westfleisch mit 6,51 Millionen Schlachtungen im Jahr 2022. Das niederländische Schlachtunternehmen Vion und der dänische Konzern Danish Crown folgen auf den Rängen drei und vier. Die Schlachtunternehmen hätten mit Standortschließungen und Produktionsverlagerungen zum Beispiel bei Zerlegbetrieben auf die rückläufigen Schlachtzahlen reagiert, stellte die ISN fest.