Zahl der Toten nach Unwettern in Belgien steigt auf mindestens 18

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Überschwemmungen in Belgien

Nach den heftigen Unwettern in Belgien ist die Zahl der Toten auf mindestens 18 gestiegen. 19 Menschen würden nach den Überschwemmungen im Osten des Landes noch vermisst, sagte eine Sprecherin des Krisenzentrums am Freitag. Belgische Medien bezifferten die Todeszahlen noch höher: Demnach kamen 23 Menschen in den Fluten ums Leben.

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten im Maastal dauerten am Freitag noch an. Tausende Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten waren an den Einsätzen in den überfluteten Gebieten beteiligt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga forderte die Armee einen Hubschrauber an, um Menschen von ihren Hausdächern zu retten. Das Wasser ging am Freitag langsam zurück, auch die heftigen Regenfälle endeten.

Der wallonische Regierungschef Elio Di Rupo hatte dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender RTBF am Freitagmorgen gesagt, er befürchte, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde. "Gestern Abend waren noch hunderte Menschen in ihren Häusern eingeschlossen." Die Wallonie, französischsprachige Region im Süden Belgiens, war besonders stark von den Unwettern betroffen.

Nach Angaben der Bundespolizei blieben dutzende Straßenabschnitte für den Verkehr gesperrt, ebenso wie die meisten Bahnstrecken in der Wallonie. Am Freitag verkehrten zudem keine Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge mehr zwischen Belgien und Deutschland.

Mehr als 21.000 Menschen in der Region waren ohne Strom, wie der Strom- und Gasanbieter Ores mitteilte. Hunderte Verteilerkästen standen demnach unter Wasser. Die Behörden riefen die Menschen auf, Trinkwasser abzukochen, da es aufgrund von Verunreinigungen nicht mehr genießbar sei.

In der belgischen Großstadt Lüttich waren die Anwohner der Maas am Donnerstag wegen außergewöhnlich starken Hochwassers aufgerufen worden, schnell ihre Häuser zu verlassen. In der Nacht stieg der Wasserpegel jedoch nicht weiter. Im am stärksten betroffenen Stadtteil sinke er inzwischen "sehr langsam", teilte die Lütticher Polizei am Freitagmorgen mit.

In die Maas bei Lüttich münden die meisten Flüsse im Süden und Osten Belgiens, unter anderem die Ourthe und die Vesdre. Die an diese Flüsse angrenzenden Gemeinden in den Regionen Lüttich und Verviers sind seit Mittwoch überschwemmt. Allein im östlichen Bezirk Verviers starben laut Medienberichten sechs Menschen.

Bei den Unwettern über weiten Teilen Deutschlands, Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande starben bisher insgesamt mehr als 120 Menschen.

noe/cp

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