Zahlreiche Vorfälle in Thüringen - Gewalt auf Bahnstrecke eskaliert - jetzt gibt Polizei Schulungen im Asylheim

Ein Triebwagen der Süd-Thüringen-Bahn. (Symbolbild)<span class="copyright">picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild</span>
Ein Triebwagen der Süd-Thüringen-Bahn. (Symbolbild)picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Auf der Zugstrecke zwischen Erfurt und Suhl wurden Mitarbeiter der Bahn in den vergangenen Monaten bedroht und angegriffen. Da es sich bei den Tätern laut Gewerkschaft um Flüchtlinge handeln soll, schult die Bundespolizisten nun die Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung in den Regeln im deutschen Bahnverkehr.

Die knapp 50 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt und dem im Süden des Freistaats gelegenen Suhl sorgte zuletzt für Schlagzeilen. So wurden Mitarbeiter der Bahn in den Nahverkehrszügen beleidigt, bedroht und zunehmend den Angriffen von Fahrgästen ausgesetzt. Haupttäter sollen laut der Gewerkschaft junge Asylbewerber sein.

In Suhl befindet sich die Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge mit mehreren Hundert Asylbewerbern vorwiegend aus Syrien, Afghanistan und der Türkei. Viele von ihnen fahren regelmäßig mit dem Zug nach Erfurt und zurück.

Bundespolizei schult Flüchtlinge über Regeln im Bahnverkehr

Nun wurde aber offenbar reagiert, denn die Bundespolizei soll im Rahmen von Informationsveranstaltungen die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung über die Gepflogenheiten im deutschen Bahnverkehr schulen. So soll laut der „Thüringer Allgemeinen“ den Flüchtlingen beispielsweise klar gemacht werden, dass eine Fahrkarte für das Bahnfahren notwendig sei und diese auch von Bahnmitarbeiter kontrolliert werden.

Außerdem werden den Asylsuchenden das Hausrecht der Bahn erklärt, sowie welche Folgen durch Schwarzfahren entstehen könnten. Wegen der sprachlichen Barrieren unterstütze ein Dolmetscher die Bundespolizisten bei der Veranstaltung. Dabei sollen bereits am 6. Juni und am 4. Juli die ersten Veranstaltungen stattgefunden haben, die nächste ist für Anfang August geplant.

„Sie wurden überfallen, angespuckt, beleidigt, bedroht“

Die Lage auf der Zugstrecke zwischen Erfurt und Suhl wurde in den vergangenen Monaten immer dramatischer, sodass die Gewerkschaft der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Thüringen Alarm schlug.

„Ich habe pro Woche im Durchschnitt drei Mitarbeiter zur Rechtsberatung bei mir im Erfurter Büro sitzen. Sie wurden überfallen, angespuckt, beleidigt, bedroht oder geschubst“, sagte Steffi Recknagel, Leiterin der EVG-Geschäftstelle . Die Lage sei sogar so dramatisch, dass Ehemänner ihre bei der Bahn arbeitenden Frauen im Zug privat begleiten, um sie „zu beschützen!“