Deutschland nimmt 50 unbegleitete Flüchtlingskinder aus griechischen Lagern auf

Lager Moria auf Lesbos

Deutschland will in einem ersten Schritt 50 unbegleitete Minderjährige aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Einen entsprechenden Beschluss wolle das Bundeskabinett am Mittwoch fassen, teilte das Innenministerium am Dienstag mit. Darauf habe sich Innenminister Horst Seehofer (CSU) mit Vertretern der Fraktionen von Union und SPD verständigt. Zuvor hatte das ZDF über die Einigung berichtet.

Die Kinder und Jugendlichen sollen "nach Möglichkeit schon in der kommenden Woche" nach Deutschland gebracht werden, hieß es weiter. Nach ihrer Ankunft sollen sie zunächst zwei Wochen in Quarantäne kommen. Anschließend sollen sie auf verschiedene Bundesländer verteilt werden.

Zuvor hatte Luxemburg angekündigt, kommende Woche zwölf unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den Inseln Lesbos und Chios aufzunehmen. Anfang März hatten sich acht EU-Länder, darunter Deutschland, bereit erklärt, 1600 unbegleitete Minderjährige aus den überfüllten griechischen Lagern aufzunehmen.

Die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln gelten seit langem als untragbar. Hinzu kommt nun die Angst vor einer Verbreitung des neuartigen Coronavirus in den Einrichtungen.

Bislang wurden zwar keine Ansteckungsfälle in den Flüchtlingslagern auf den Inseln gemeldet. Nach Angaben von EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sollen die Jugendlichen dennoch in Griechenland oder bei Ankunft in den Aufnahmeländern auf das neuartige Coronavirus getestet werden.