Hochspannung vor Landtagswahl im Saarland

1 / 3
Wahlplakate in Saarbrücken

Gut eine Woche vor der Landtagswahl im Saarland ist der Wahlausgang äußerst ungewiss. Während sich laut einer Umfrage für die ARD die Regierungspartner CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, liegt die Union im am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" deutlich vorn. Eine Fortsetzung der großen Koalition ist in jedem Fall möglich. Es könnte aber auch für ein rot-rotes Bündnis reichen.

Die Wahl am 26. März gilt als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im September. In Saarbrücken regiert seit 2012 eine Koalition aus CDU und SPD. Während die Union mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze das Bündnis fortsetzen will, legt sich die SPD in der Koalitionsfrage nicht fest. Die Sozialdemokraten treten mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger als Spitzenkandidatin an.

Wenn an diesem Sonntag bereits gewählt würde, käme die CDU laut ZDF-"Politbarometer" auf 37 Prozent. Die Sozialdemokraten liegen demnach bei 32 Prozent. Die Grünen müssten mit vier Prozent den Landtag verlassen, die FDP würde mit ebenfalls vier Prozent nicht ins Parlament einziehen. Die Linkspartei um ihren Fraktionschef Oskar Lafontaine kommt auf zwölf Prozent, die AfD auf sieben Prozent. Für die Erhebung befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1054 Wahlberechtigte.

In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap für die ARD lag die CDU mit 35 Prozent dagegen nur knapp vor der SPD mit 34 Prozent. Die Grünen wurden bei 4,5 Prozent gesehen, die FDP bei drei Prozent, die Linkspartei bei 13 Prozent und die AfD bei 6,5 Prozent. Für diese Erhebung befragte das Institut Infratest dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" von Montag bis Mittwoch 1001 Wahlberechtigte.

Laut beiden Umfragen könnten CDU und SPD ihre Koalition fortsetzen. Der ARD-Erhebung zufolge wäre auch Rot-Rot möglich. Laut dem ZDF-"Politbarometer" ist ein solches Bündnis beim Scheitern von Grünen und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde zumindest nicht auszuschließen. Beide Sender hoben hervor, dass die angegebenen Werte keine Prognose für den Wahlausgang, sondern ein Stimmungsbild zum jetzigen Zeitpunkt darstellten.

Bei einer Direktwahl der Ministerpräsidentin würde Amtsinhaberin Kramp-Karrenbauer sich den Umfragen zufolge klar gegen ihre SPD-Herausforderin Rehlinger durchsetzen. Im ZDF-"Politbarometer" gaben 55 Prozent der Befragten an, dass sie lieber Kramp-Karrenbauer als Regierungschefin hätten. Rehlinger kam nur auf 31 Prozent. Laut der Umfrage für die ARD würde bei einer Direktwahl die CDU-Kandidatin mit 51 Prozent ebenfalls klar vor ihrer SPD-Herausforderin mit 32 Prozent liegen.

Kramp-Karrenbauer und auch Rehlinger machten in einer Diskussionsrunde im Saarländischen Rundfunk am Donnerstagabend deutlich, ihre Partei bei der Wahl zur stärksten Kraft machen zu wollen. Das Ziel der CDU sei es, "deutlich stärkste Kraft zu werden", sagte die Regierungschefin. "Wir sind knapp dran", hob Rehlinger mit Blick auf die stark gestiegenen Umfragewerte für die SPD hervor. Ziel sei es nun, stärkste Kraft im Saarland zu werden. Sie lehnte eine Festlegung in der Koalitionsfrage erneut ab.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen