Zehn Jahre Haft: Mann sticht auf Ehefrau ein, weil sie ein freies Leben führen wollte

Sie wollte den Schleier ablegen und die westlichen Werte annehmen.

Zwei schwerst traumatisierte kleine Kinder, ein lebensgefährlich verletztes Opfer – so beschrieb der Vorsitzende Richter das Resultat einer Eifersuchtstat, die am Freitag vor dem Landgericht mit einer zehnjährigen Haftstrafe wegen versuchten Mordes für den angeklagten Ehemann sanktioniert wurde. „Gemessen an unserer Wertvorstellung war es eine Tat, die am Ende einer äußerst belastenden Beziehung stand“, sagte der Richter im Urteil.

Ausdrücklich hob der Jurist hervor, dass die kulturelle und religiöse Prägung des Angeklagten bei den strafmildernden Gesichtspunkten „überhaupt keine Rolle gespielt haben, sondern unsere in Deutschland geltende Werteordnung“. Der 40 Jahre alte Angeklagte, der seine Frau in der Heimat heiratete, als sie gerade zwölf Jahre alt war, hatte es nach eigenem Bekunden nicht verwinden können, dass die heute 23-Jährige sich in der neuen Heimat nicht länger unterjochen lassen wollte, den Schleier ablegte und ein freieres Leben plante. Der Streit zwischen den Eheleuten, die Ende 2015 aus dem Iran nach Köln geflüchtet waren und in einer Ossendorfer Asylunterkunft lebten, war im Juli 2016 eskaliert, als es am frühen Morgen zur Tat kam.

Sie wollte sich scheiden lassen

Insgesamt 14-mal hatte der Ehemann, dem seine Frau zuvor ihre Scheidungsabsicht eröffnet hatte, mit einem Messer auf sie eingestochen – vor den Augen der beiden um Hilfe schreienden Söhne (5, 8). Er verletzte sie lebensgefährlich, traf Leber, Milz und Lunge, durchtrennte mehrere Sehnen an der Hand und fügte ihr Narben am ganzen Körper zu.

Der Richter sprach in seinem Urteil von einem „außerordentlichen Maß an Brutalität bei der Tatausführung“: Im Krankenhaus hatten Ärzte Stichverletzungen „von der Stirn bis zum Oberschenkel über den ganzen Körper verteilt“ diagnostiziert. Das Opfer habe „keine reale Verteidigungsmöglichkeit gehabt“, der Ehemann habe seine Frau „auf der Stelle töten wollen“, hieß es weiter im Urteil: „Dass sie überlebte, hat sie Glück und einem Schutzengel zu verdanken.“ Der Angeklagte saß derweil – wie schon während des gesamten Prozesses – mit verschränkten Armen teilnahms- und empathielos mit verschlossener Miene neben seinem Verteidiger

Das Gericht hielt das Mordmerkmal der Heimtücke – wie schon zuvor die Anklägerin, die elf Jahre gefordert hatte – für erfüllt und lehnte eine Wertung als Tat im Affekt ab, die eine mildere Strafe nach sich gezogen hätte. Der Angeklagte habe rational agiert und sein Handeln nach der jeweiligen Situation ausgerichtet, sei gezielt und orientiert vorgegangen – alles Merkmale, die gegen eine Affekttat sprächen.

Wenn das Urteil rechtskräftig wird, droht dem Angeklagten die Abschiebung....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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