Zehn Millionen Dollar Entschädigung nach tödlichen Polizeischüssen auf Schwarzen

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Proteste nach Andre Hills Tod

Nach tödlichen Polizeischüssen auf einen unbewaffneten Afroamerikaner zahlt die US-Stadt Columbus den Angehörigen zehn Millionen Dollar Entschädigung. Die Familie des getöteten Andre Hill werde wegen der Tat eines Ex-Polizisten "nie wieder vollständig sein", erklärte Stadt-Anwalt Zach Klein am Freitag. "Keine Geldsumme wird Andre Hill jemals seiner Familie zurückbringen. Aber wir denken, das ist ein wichtiger und notwendiger Schritt in die richtige Richtung."

Demnach ist die Entschädigung in Höhe von umgerechnet 8,3 Millionen Euro die höchste in der Geschichte der Stadt im Bundesstaat Ohio. Hills Familie dankte der Stadt dafür, "das Richtige" zu tun. Im Zuge der Einigung wird auch eine Sporthalle nach Hill benannt.

Ein weißer Polizist hatte den 47-Jährigen am 22. Dezember vergangenen Jahres erschossen. Die Polizei war gerufen worden, weil ein Mann in einer offenen Garage ein Auto wiederholt startete und ausmachte. Als Hill aus der Garage mit einem Handy in der Hand auf die eintreffenden Polizisten zuging, wurde er erschossen.

Der später entlassene Polizist gab an, er habe geglaubt, Hill habe eine Waffe bei sich gehabt. Eine Waffe wurde allerdings nicht gefunden. Der Ex-Polizist wurde wegen Mordes angeklagt.

Der Vorfall trug sich sieben Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis zu und sorgte für neue Empörung. In den USA werden immer wieder unbewaffnete Schwarze Opfer tödlicher Polizeigewalt.

Wegen Floyds Tod sprach eine Jury im April den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin des Mordes zweiten Grades und in zwei weiteren Anklagepunkten schuldig. Das Strafmaß soll am 25. Mai verkündet werden. Floyds Angehörige bekamen eine Entschädigung von 27 Millionen Dollar zugesprochen. In einem anderen Fall, den tödlichen Polizeischüssen auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor im März 2020, erhielten die Angehörigen zwölf Millionen Dollar.

fs/dja

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