Zehntausende demonstrieren in Georgien gegen Regierung

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Protestmenge in Tiflis

Zehntausende Demonstranten haben in der georgischen Hauptstadt Tiflis den Rücktritt der Regierung gefordert. Zu der Kundgebung hatte die Partei des ehemaligen Präsidenten Michail Saakaschwili aufgerufen, der in seiner Heimat wegen Amtsmissbrauchs angeklagt ist und zurzeit in Kiew lebt.

In einer vor der versammelten Menge gezeigten Videobotschaft kündigte Saakaschwili an, "Georgien von der Regierung zu befreien, die das Land zerstören will". Saakaschwilis Partei, die Nationale Volksbewegung, wirft der herrschenden Koalition von Regierungschef Giorgi Margwelaschwili vor, für die schwere Wirtschaftskrise der ehemaligen Sowjetrepublik verantwortlich zu sein. Die georgische Währung hat in den vergangenen zwei Jahren ein Drittel ihres Werts verloren, die Menschen leiden unter Inflation und der steigenden Arbeitslosigkeit.

Saakaschwili hatte die Kaukasus-Republik nach der Rosenrevolution von 2013 zehn Jahre lang regiert, wurde dann aber aus der Macht gedrängt. Die juristischen Ermittlungen gegen ihn kritisiert der Ex-Präsident als politisch motiviert. Saakaschwili lebt jetzt in Kiew, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den Politiker als Berater engagiert.