Zeitmessungs-Panne beim TV-"Triell" folgenreicher als bisher angenommen

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Beim TV-"Triell" von ARD und ZDF kamen Olaf Scholz (links), Annalena Baerbock und Armin Laschet auf stark unterschiedliche Redeanteile - offenbar wegen eines Fehlers bei der Zeitmessung. (Bild: ARD / ZDF)
Beim TV-"Triell" von ARD und ZDF kamen Olaf Scholz (links), Annalena Baerbock und Armin Laschet auf stark unterschiedliche Redeanteile - offenbar wegen eines Fehlers bei der Zeitmessung. (Bild: ARD / ZDF)

Die Panne bei der Zeitmessung im TV-"Triell" hat laut einem Medienbericht zu deutlich größeren Unterschieden bei den Redeanteilen geführt als bisher angenommen. Hauptleidtragende war ausgerechnet jene Kandidatin, die auf den Fehler aufmerksam machte.

Annalena Baerbock fiel als Erste auf, dass mit der Zeitmessung beim TV-"Triell" von ARD und ZDF etwas nicht stimmte. "Die Uhr von Herrn Scholz läuft noch weiter", entgegnete die Kanzlerkandidatin der Grünen, während ihr SPD-Kontrahent gar nicht mehr sprach. Moderatorin Maybrit Illner räumte daraufhin technische Probleme ein, die man im Laufe der Live-Sendung zu lösen gedenke. Doch offenbar ist dies nicht nachhaltig gelungen.

Nach einem Bericht des Portals "Übermedien" wurde die Redezeit beim Aufeinandertreffen der drei Anwärter aufs Kanzleramt bis zum Schluss falsch gemessen. Hauptleidtragende war ausgerechnet Baerbock, die auf den Fehler uneigennützig aufmerksam gemacht hatte. Zwischen ihr und SPD-Kandidat Olaf Scholz lagen laut Berechnungen des Portals am Ende fast vier Minuten Redezeitdifferenz. Dabei hatte Moderator Oliver Köhr im Laufe der Sendung bekannt gegeben: "Uns wurde gesagt, dass die Zeiten wieder stimmen."

TV-"Triell": Scholz sprach fast vier Minuten länger als Baerbock

Laut Einblendung kam CDU-Chef Armin Laschet am Ende der Live-Debatte auf 26:25 Minuten Redezeit, Olaf Scholz auf 24:39 Minuten, bei Annalena Baerbock 24:25. Die tatsächlichen Rede-Anteile weichen laut "Übermedien" davon jedoch stark ab. So hatte in Wahrheit SPD-Kandidat Scholz die meiste Redezeit mit 25:30 Minuten, gefolgt von Laschet (24:14) und Baerbock, die summiert nur 21:37 Minuten sprach.

Auf Anfrage des Medienmagazins teilte ein ARD-Sprecher mit: "Dahinter stand ein Softwarefehler. Die Zeitnahme wurde dann zusätzlich per Hand durchgeführt." Durch die Bemerkung der Moderatoren, die Kandidaten lägen zeitlich "relativ nah beieinander" und Unterschiede könnten bis zum Ende der Sendung nicht mehr ausgeglichen werden, sei "Transparenz hergestellt" worden. Eine Transparenz, wie es bei "Übermedien" heißt, die jedoch auf falschen Zahlen beruht. Welcher Art der Software-Fehler war, sei vonseiten der Sendeanstalt nicht beantwortet worden.

Die Panne bei der Zeitmessung war nicht der einzige Aufreger beim TV-"Triell" von ARD und ZDF. Ein in der Nähe des Studios umgefallener Istrumentenkoffer unterbrach einen Wortbeitrag von Annalena Baerbock gleich zu Beginn der Live-Strecke mit einerm scheppernden Geräusch. Zudem gab es viel Kritik am Moderationsduo, das schlecht abgestimmt wirkte. ARD-Chefredakteur Oliver Köhr und ZDF-Talkerin Maybrit Illner waren sich wiederholt gegenseitig ins Wort gefallen.

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