Zeitung: Reporterin von "Wall Street Journal" in Türkei zu Haftstrafe verurteilt

Eine Reporterin des "Wall Street Journal" ist in der Türkei nach Angaben ihrer Zeitung wegen "Terrorpropaganda" in Abwesenheit zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht habe gegen Ayla Albayrak eine 25-monatige Gefängnisstrafe verhängt, hieß es in einer Mitteilung der US-Zeitung vom Dienstag. Die türkisch-finnische Reporterin hält sich demnach zur Zeit in New York auf.

Dem "Wall Street Journal" zufolge werfen die türkischen Behörden ihr vor, im August 2015 in einem Artikel über Gefechte zwischen dem türkischen Militär und kurdischen Rebellen "Terrorpropaganda" verbreitet zu haben. Die Zeitung selbst bezeichnete den Artikel als ausgewogen. Albayrak kündigte an, sie werde das Urteil anfechten. Die türkischen Behörden bestätigten nicht, dass ein solches Urteil gefallen sei. In der Türkei wurde der Fall nie öffentlich gemacht.

Die Beziehung zwischen der Türkei und den USA ist zur Zeit angespannt: Nachdem die Türkei einen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul am vergangenen Mittwoch wegen "Spionage" festgenommen hatte, hatten zuerst die USA und anschließend die Türkei ihre Visa-Vergaben für das jeweils andere Land ausgesetzt. Die türkische Regierung geht seit dem gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 massiv gegen kritische Journalisten vor.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen