Ein Zelt-Kleid als Erinnerung an den Syrien-Krieg

Das Kleid wurde aus einem Flüchtlings-Zelt geschneidert

Eine Robe aus einem Zelt für syrische Flüchtlinge sorgt derzeit in Dubai für Aufsehen. Das überlange Kapuzenkleid trägt neben dem blauen Logo des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) noch alle Spuren des Zeltalltags im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari - es soll die Besucher der internationalen Ausstellung und Konferenz für humanitäre Hilfe und Entwicklung in Dubai an den Syrien-Krieg erinnern und Verständnis für das Schicksal der Menschen dort wecken.

"Beim Anblick des Kleids brach eine syrische Künstlerin hier in Tränen aus", erzählt Gelegenheits-Model Louise Owen, die "Botschafterin" des Projekts "Dress for Our Time".

Hinter dem Projekt steht die Mode-Professorin Helen Storey von der Londoner Universität der Künste. Nach ihren Worten ist der Syrien-Krieg für die meisten Besucher der Konferenz in Dubai in jeder Hinsicht weit entfernt. Sie wolle Mode deshalb als eine Art "Trojanisches Pferd" einsetzen, um über eine "Krise zu reden, die uns alle berührt", sagt Storey.

Für sie sei es wichtig gewesen, dass das Zelt eine "Geschichte hat und tatsächlich einer Familie Schutz bot" - denn erst diese Geschichte sorge für die Wirkung des Kleids auf das Publikum. Das Zeltkleid wurde bereits im vergangenen Jahr in den Straßen von London gezeigt, die malische Sängerin Rokia Traoré trug es zudem beim Festival im britischen Glastonbury.

Es habe stets Aufsehen erregt, aber niemanden derart berührt wie die syrische Künstlerin, erinnert sich Louise Owen. "Es ist unser Teil der Welt, der lernen muss", fügt Designerin Storey hinzu. Das Kleid sei dabei das Werkzeug, um "dem Westen zu helfen, nicht gleich auf Abwehr zu schalten", wenn die Rede auf den Syrien-Krieg komme.

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