ZEW-Konjunkturerwartungen erstmals seit Kriegsbeginn wieder positiv

Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten und -expertinnen haben im Januar einen "beachtlichen Sprung nach oben" gemacht und sind erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs wieder positiv. Sie stiegen um 40,2 Punkte auf 16,9 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim am Dienstag mitteilte. Die Expertinnen und Experten erwarten "eine spürbare Verbesserung der konjunkturellen Lage" in den kommenden sechs Monaten.

"Dazu haben vor allem die günstigere Situation an den Energiemärkten und die Energiepreisbremsen der Bundesregierung beigetragen", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Außerdem verbesserten sich die Exportchancen der deutschen Wirtschaft durch die Aufhebung der Covid-Restriktionen in China. "Entsprechend haben sich die Ertragserwartungen der exportorientierten und der energieintensiven Sektoren deutlich verbessert."

Die Aussicht auf eine weiter zurückgehende Inflationsrate führe zudem zu einer Verbesserung der Erwartungen für die konsumnahen Branchen, fuhr Wambach fort.

Die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland schätzen die Finanzexperten nur leicht besser ein. Hier stieg der Index um 2,8 Punkte auf minus 58,6 Punkte.

Das Institut fragt für den Index, der als wichtiger Indikator für die konjunkturelle Entwicklung gilt, monatlich Expertinnen und Experten aus Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen von Großunternehmen nach ihren Einschätzungen zu wichtigen internationalen Finanzmarktdaten wie Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes, Wechselkursen und dem Ölpreis. Für die aktuellen Daten wurden vom 9. bis 16. Januar 179 Analysten und institutionelle Anleger befragt.

ilo/hcy