Zollitsch warnt vor zu hohen Erwartungen an Papst

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat vor allzu hohen Erwartungen an das Pontifikat von Papst Franziskus gewarnt

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat vor allzu hohen Erwartungen an das Pontifikat von Papst Franziskus gewarnt. "Wir dürfen den Heiligen Vater nicht mit unseren Erwartungen oder mit den Erwartungen der Öffentlichkeit überfrachten", erklärte Zollitsch mit Blick auf Fragen nach dem Programm des seit hundert Tagen amtierenden Papstes.

Franziskus habe sein Programm in wenigen Worten ausgedrückt, als er direkt nach seiner Wahl vom Balkon des Petersdoms zu den Gläubigen gesprochen habe, erklärte Zollitsch. Er sei seinen Worten - in denen er unter anderem vom Weg der katholischen Kirche als "Weg der Geschwisterlichkeit, der Liebe, des gegenseitigen Vertrauens" sprach - in den ersten hundert Tagen im Amt treu geblieben. "Dafür sind wir ihm als Kirche in Deutschland dankbar", erklärte Zollitsch.

Zollitsch zufolge stand Papst Franziskus in den ersten hundert Tagen in Kontinuität zu seinem Vorgänger, Papst Benedikt XVI., als er betonte, "wie sehr die Frage nach Gott gerade von uns Christen mit allem Nachdruck in der gegenwärtigen Gesellschaft gestellt werden soll". Gerade in theologischen Anliegen bewege sich Franziskus in großer Kontinuität zu seinem Vorgänger. "Papst Franziskus zeigt uns wie Papst Benedikt XVI. die Schönheit des Glaubens. Beide Päpste sind eine Ermutigung für den Weg der Kirche im dritten Jahrtausend."

Zollitsch zufolge stehen die deutschen Katholiken hinter dem Papst: "Die Kirche in Deutschland freut sich über das Pontifikat von Papst Franziskus. Seine Botschaft öffnet die Herzen der Menschen." "In kürzester Zeit hat Papst Franziskus Gläubige wie auch Menschen, die der Kirche fern stehen, mit seinen Worten und Gesten erreicht." Mit dem Papst aus Argentinien sei die Weltkirche "ein Stück stärker in unser Blickfeld geraten".