Embolo geschockt: Schweiz-Star verschluckt Zunge

Sportinformationsdienst
Fabian Schär verschluckte gegen Georgien seine Zunge

Der Schweizer Nationalmannschaft ist ein ordentlicher Start in die EM-Qualifikation gelungen, hat dabei aber bange Minuten überstehen müssen. Das mit vielen Bundesliga-Legionären gespickte Team der Eidgenossen gewann zum Auftakt der Gruppe D in Georgien mit viel Mühe 2:0 (0:0), muss sich im zweiten Gruppenspiel am Dienstag gegen Dänemark aber steigern.

Nach 24 Minuten wurde das Ergebnis jedoch zunächst zur Nebensache: Der frühere Hoffenheimer Fabian Schär prallte Kopf an Kopf mit Gegenspieler Jemal Tabidze zusammen, beide gingen danach zu Boden.

Dabei verschluckte der Schweizer Verteidiger seine Zunge und wurde bewusstlos. Der Georgier Jano Ananidze reagierte sofort und zog ihm die Zunge aus dem Rachen, um die lebensgefährliche Situation zu beruhigen. Das Schweizer Ärzteteam kümmerte sich anschließend um den 27-Jährigen, der sogar weitermachen konnte.


Gegenspieler Tabidze war nach dem Zusammenprall blutüberströmt, konnte aber ebenfalls weiterspielen. Der Georgier bekam dafür einen Turbanverband um den Kopf, zudem mussten seine vom Blut verschmierten Arme gewaschen werden.

Schär leitet Führung ein

"Ich kann mich an gar nichts erinnern. Ich war einige Sekunden K.o.", erklärte Schär hinterher dem Blick. "Mein Schädel brummt noch. Zudem habe ich Nackenschmerzen und eine Beule an der Stirn. Aber es hat sich gelohnt."

Der derzeit bei Newcastle United unter Vertrag stehende Schär leitete in der zweiten Hälfte sogar die Führung ein, seinen langen Ball leitete Schalkers Breel Embolo zu Steven Zuber (VfB Stuttgart) weiter, der zum 1:0 einschob (56.). (SERVICE: Spielplan der EM-Qualifikation)

Denis Zakaria (80.) von Borussia Mönchengladbach sorgte in der Schlussphase für die Entscheidung. Bis zum 1:0 hatte sich der Weltranglisten-Achte in Tiflis gegen den 91. des FIFA-Rankings die Zähne ausgebissen. Erst nach der Führung gaben die Schweizer den Ton an.

Trotz des Sieges waren die Schweizer hinterher noch in Gedanken bei Schär. "Ich habe schnell sehr viel Blut gesehen. Und dachte: Scheisse! Aber dann haben wir ihn gefragt, wo wir sind. Und er kannte die Antwort. Darauf war ich erleichtert", meinte Schalkes Embolo.

Schweden siegt mit Mühe

Im zweiten Spiel dieser Gruppe unterlag Gibraltar gegen Irland 0:1 (0:0).

Der schwedischen Nationalmannschaft ist ein gelungener Start in der EM-Qualifikation geglückt. Das Team von Trainer Janne Andersson besiegte am ersten Spieltag der Gruppe F Rumänien mit 2:1 (2:0) und feierte damit eine erfolgreiche Generalprobe für das skandinavische Duell am kommenden Dienstag in Norwegen.

Der Mann der ersten Hälfte war Bundesligaprofi Robin Quaison. Dem Mittelfeldspieler vom FSV Mainz 05 gelang nicht nur in der 33. Minute der Führungstreffer, der 25-Jährige bereitete auch sieben Minuten später das zweite Tor der Gastgeber durch Victor Claesson vor.

Rumäniens Serie ist vorbei

Nach der Pause ließ der WM-Viertelfinalist die Zügel etwas schleifen und kassierte prompt durch Claudiu Keserü (58.) den Anschlusstreffer. Rumänien musste am Ende aber nach zehn Spielen ohne Niederlage erstmals wieder als Verlierer den Platz verlassen.

In Ludwig Augustinsson (Werder Bremen) und Emil Forsberg (RB Leipzig) standen noch zwei weitere Bundesliga-Legionäre in der schwedischen Startelf.

In einem weiteren Spiel der Sechsergruppe setzte sich Malta im Außenseiterduell gegen die Färöer 2:1 (1:0) durch. Die Malteser mussten nach einer Roten Karte für Andrei Agius ab der 62. Minute in Unterzahl auskommen. Am Abend traf Gruppenfavorit Spanien auf Norwegen.