Zucchinischneiden mit Jauch: "Shopping Queen"-Siegerin sorgt für kurioses "WWM"-Zockerspecial

Michael Eichhammer
·Lesedauer: 4 Min.

Im zweiten Teil des "Wer wird Millionär"-Zockerspecials sorgte am Freitagabend eine besondere Kandidatin für Furore: Nicht nur schälte sie gemeinsam mit Günther Jauch in Teleshopping-Manier Zucchini - auch ein TV-Geheimnis hatte sie mitgebracht.

Wer den zweiten Teil des "Wer wird Millionär?"-Zockerspecials am Freitagabend nicht von Anfang an mitverfolgte, staunte vermutlich, wenn er beim Zappen bei RTL hängen blieb: Wechselt Günther Jauch etwa zum Teleshopping? So sah es zumindest für einen kurzen Moment aus - eine der merkwürdigsten Szenen in der Karriere des Moderators. "Sie sind quasi eine Kollegin von uns", hatte er zuvor die Kandidatin Christine Frank vorgestellt, die als Ablaufredakteurin bei einem Teleshopping-Sender arbeitet. Nicht nur das: Die Dame stand bereits bei einer anderen Fernsehsendung im Rampenlicht. Damals war sie zwar von einer TV-Persönlichkeit vor laufender Kamera blamiert worden - hatte die Show am Ende aber gewinnen können. Sollte ihr das am Freitagabend auch gelingen?

Nach der 1.000-Euro Frage wollte Günther Jauch von der Teleshopping-Mitarbeiterin wissen, welche Produkte besonders gut laufen. "Alles, was sich emotional verkaufen lässt, wo Gefühle transportiert werden", erklärte die Kandidatin. "Mode, Haushaltsgeräte, Staubsauger ..." Der Moderator wunderte sich derweil, dass mit Staubsaugern Gefühle verbunden sein können. Zwei Renner aus dem TV-Shopping-Sortiment brachte Christine Frank dann auch mit: Einmal einen "Better Brella" genannten Regenschirm - bei dessen Anblick sich Jauch fragte, was daran besser sein soll als am herkömmlichen Regenschirm (englisch: "umbrella"). "Der schließt nach innen", referierte die Kandidatin. "Das heißt, der Regen sammelt sich da und man kann es ausgießen und nimmt es ins Auto oder in die Wohnung und nichts tropft." Jauch blieb skeptisch: "Alles, was da an Siff oder Dreck ist, geht dann da dran, weil es ja außen ist ... Der ganze Siff landet dann drinnen."

Eine katastrophale Besetzung

Eins stand am Freitagabend fest: Kein Shopping-Sender wird versuchen, Günther Jauch abzuwerben. Der Moderator merkte selbst, dass er eher geschäftsschädigend agierte - und wollte schnell den zweiten Verkaufsschlager kennenlernen. "Ich weiß nicht was das ist", gab Jauch zu. "Kann man damit Brunftschreie von Hirschen imitieren?" Er versuchte es, bevor die Kandidatin antworten konnte - überraschenderweise klappte es ganz gut. Doch eigentlich ist das Gerät nicht für den Wald, sondern für die Küche konzipiert: "Der macht zum Beispiel Zucchini-Spiralen", verriet Christine Frank.

"Eine Zucchini bitte!", befahl Jauch sogleich dem Studio-Personal. Als Frau Frank den Moderator aufforderte, ein Stück abzuschneiden, murrte der: "Alles muss man selbst machen." Als sie dann sogar um einen geraderen Schnitt bat, beschwerte sich Jauch: "Auch noch Sonderwünsche!" Das Küchengadget wurde bedient und erst mal passierte: nichts. Jauch spottet: "Super Gerät!" Als Teleshopping-Co-Moderator war Günther Jauch eine katastrophale Besetzung. Endlich kamen dann doch noch Zucchini-Spiralen aus dem Gerät. "Ist doch toll", fand Christine Frank. Jauch stimmte höflich zu: "Ja, toll." So wenig Produkte wie mit Jauch als Co-Moderator wären vermutlich in der Geschichte des Teleshoppings noch nie verkauft worden!

Das TV-Geheimnis der Kandidatin

Nach der 125.000-Euro-Frage wollte Jauch wissen: "Wofür brauchen Sie so viel Geld?" Die Antwort kam überraschend und blieb im Küchenbereich: Ein Privatkoch für die drei Töchter soll her. "Dann sind die 125.000 natürlich schnell verfressen", glaubte Jauch. "Ob Sie damit durchkommen bis der letzte erwachsen ist, wage ich zu bezweifeln." Bei der 250.000-Euro-Frage ("In welchem dieser Bundesländer ist die stärkste Partei der letzten Landesparlamentswahl in der Opposition zu finden?" Richtige Antwort wäre: Bremen) stieg Christine Frank aus. "Dann verhungern Ihre Kinder mittelfristig", scherzte Jauch.

Nachdem noch Sendezeit übrig war, tischte Jauch eine Anekdote auf: "Frau Frank hat nicht die ganze Wahrheit gesagt: Sie braucht auch noch Geld für etwas anderes: Daran schuld ist Guido Maria Kretschmer." Als Cliffhanger vor der Werbepause verriet Jauch, dass Frank eine Folge von "Shopping Queen" gewann. Und dass Guido Maria Kretschmer "etwas an ihr ganz furchtbar fand - nicht was Sie zu Hause jetzt denken". Klang nicht sehr charmant. Nach der Werbung folgte die Pointe: Der Modezar hatte damals den Teppich im Haus der Shopping Queen kritisiert. Jauch blieb unhöflich: "Das sieht aus wie ein künstlicher Rasen." 125.000 Euro sollten diese Schmach nun ausradieren mit einem zeitgemäßen Bodenbelag.

Ebenfalls dabei im zweiten Teil des Zocker-Specials: Überhangskandidatin Stefanie Hetzer, die auch 125.000 Euro erspielte. Cord Henning Dahle dagegen fiel bei der 4.000-Euro-Frage unsanft auf 1.000 Euro.