Zuletzt wachsende Spannungen im Südchinesischen Meer - Japan und Philippinen schließen Verteidigungspakt

Japans Verteidigungsminister Minoru Kihara, Außenministerin Yoko Kamikawa, der philippinische Außenminister Enrique Manalo und Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. (v. l. nach r.) nach der Pressekonferenz am 08.07.2024. in Taguig, Philippinen.<span class="copyright">AP Photo/Aaron Favila</span>
Japans Verteidigungsminister Minoru Kihara, Außenministerin Yoko Kamikawa, der philippinische Außenminister Enrique Manalo und Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. (v. l. nach r.) nach der Pressekonferenz am 08.07.2024. in Taguig, Philippinen.AP Photo/Aaron Favila

Die Philippinen und Japan haben einen historischen Verteidigungspakt unterzeichnet, der die militärische Zusammenarbeit der beiden Länder erheblich stärkt. Dieser Schritt ist auch eine Reaktion auf die zunehmenden Spannungen mit China im Südchinesischen Meer.

Der philippinische Verteidigungsminister Gilberto Teodoro bezeichnete das Abkommen laut einem Bericht von „SPIEGEL Online“ als „einen weiteren Meilenstein bei unseren gemeinsamen Bemühungen für die Sicherung einer regelbasierten internationalen Ordnung“.

Militärische Kooperation

Japans Außenministerin Yoko Kamikawa sprach ebenfalls von einem Meilenstein und unterstrich die Bedeutung des Deals für den Frieden und die Stabilität im Indopazifik. Der Pakt erlaubt es den Streitkräften beider Länder, Truppen im jeweils anderen Land zu stationieren und dort an Kampfübungen und Katastrophenhilfsmaßnahmen teilzunehmen, wie der „SPIEGEL“ berichtet.

Die Verhandlungen zu dem Abkommen hatten bereits laut „SPIEGEL Online“ bereits im November des vergangenen Jahres begonnen. Noch steht eine Ratifizierung durch die Parlamente beider Länder aber aus. Sollten diese die Vereinbarung bestätigen, wäre es das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass Japan einen derartigen Pakt in Asien abschließt.

Zuletzt wachsende Spannungen im Südchinesischen Meer

Das Abkommen kommt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Südchinesischen Meer zustande, einem Gebiet, das China fast vollständig für sich beansprucht. Mitte Juni erst kam es „SPIEGEL Online“ zufolge zu einer schweren Auseinandersetzung zwischen einem Schiff der chinesischen Küstenwache und philippinischen Booten.

Unter anderem mit Messern bewaffnete Angehörige der chinesischen Küstenwache sollen dem Bericht zufolge dabei die philippinischen Boote betreten haben. Laut „SPIEGEL Online“ wurde ein philippinischer Matrose an der Hand verletzt und verlor einen Daumen. In der Folge einigten sich beide Länder jedoch darauf, die Spannungen schrittweise abzubauen.

Erstes Verteidigungsabkommen für Japan innerhalb von Asien

Die Spannungen haben Länder im Pazifik, die teilweise mit den USA verbündet sind, enger zusammenrücken lassen. Japan hat bereits Verteidigungsabkommen mit Großbritannien und Australien unterzeichnet. In Asien ist ein solches Abkommen jedoch ein Novum für Tokio und damit das erste seiner Art. Die Philippinen wiederum haben bereits ähnliche Verträge mit den USA und Australien abgeschlossen und arbeiten derzeit an einem Verteidigungsabkommen mit Frankreich.

Der philippinische Außenminister Enrique Manalo erklärte laut einem Bericht der „Tagesschau“, dass Japan die Philippinen im Streit um Hoheitsrechte über Inselgruppen im Südchinesischen Meer unterstützen werde. Darüber hinaus sei Japan dem Bericht nach bereit, den Philippinen Radarsysteme zur Überwachung der Küsten zur Verfügung zu stellen. Während Japan selbst keine Ansprüche im Südchinesischen Meer erhebt, streitet das Land der „Tagesschau“ zufolge aber mit China um Rechte im Ostchinesischen Meer.

Die Vereinbarung wurde von Verteidigungsminister Gilberto Teodoro und Außenministerin Yoko Kamikawa bei einer Zeremonie in Manila unterzeichnet, bei der auch der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr anwesend war.