Zur Sicherheit: Googlemaps ändert Wanderroute auf höchsten Berg Schottlands

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Bislang schlug Googlemaps, um den Ben Nevis zu erklimmen, eine Route vor, die eigentlich nur erfahrenen Bergsteiger*innen vorbehalten sein sollte.

Path to the Ben Nevis summit - the highest mountain in the United Kingdom
Einer der Wanderwege hinauf den Ben Nevis in Schottland. Foto: gettyimages

Google hat bei seinem beliebten Kartendienst Maps Routenvorschläge geändert: Weil bislang – wollte jemand den höchsten Gipfel Großbritanniens erklimmen und hat dafür einen Wanderweg auf Googlemaps gesucht – eine für unerfahrene Bergsteiger*innen lebensgefährliche Route vorgeschlagen wurde.

Kein Weg für Laien

Bei dem Berg handelt es sich um den Ben Nevis, er steht in Schottland und ist rund 1.350 Meter hoch. Verwaltet wird das gesamte Gebiet, und damit auch die zahlreichen Wanderstrecken, von der gemeinnützigen Stiftung John Muir Trust (JMT). Die hat sich zum Ziel gesetzt, wilde Landschaften im ganzen Land zu schützen. Und dazu zählt auch, die Besucher*innenströme zu lenken und sichere Wege auf den Gipfel des Ben Nevis zu weisen.

Doch immer mehr Besucher*innen vertrauen statt den Schildern an den Wegen auf Googlemaps. Und die in der App vorgeschlagene Route würde Bergsteiger*innen einem Risiko aussetzen. So hat es der JMT in einer Pressemitteilung vergangene Woche formuliert.

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Dazu wird auch die dort „Verantwortliche für sicheres Bergsteigen“, Heather Morning, zitiert: „Wer in der App Ben Nevis eingibt, wird nicht zu unserem Besucher*innenzentrum geführt, wo alle Wanderwege beginnen. Sondern zu einem Parkplatz weiter oben, gefolgt von einer gepunkteten Wanderroute. Selbst die erfahrensten Bergsteiger*innen hätten auf diesem Weg Schwierigkeiten. Er hat sehr steile, steinige und unmarkierte Passagen und darin eine sichere Route zu finden, ist selbst bei guter Sicht eine Herausforderung.“ Bei Nebel oder Regen könne der Google-Weg potenziell tödlich sein.

Wie unter anderem die Sunday Times berichtet, kommt es auf dem Ben Nevis immer wieder zu Wanderunfällen. Auch mit tödlichem Ausgang – zuletzt wurde im Juni eine junge, aber erfahrene, Bergsteigerin tot geborgen.

Google reagiert

Zwischenzeitlich hat sich Google in der Sache zu Wort gemeldet und laut BBC betont, dass bislang keine gefährlichen Wanderrouten vorgeschlagen worden seien. Eine Sprecherin der Unternehmens wird dazu wie folgt zitiert: „Bislang führten unsere Anweisungen zum höchstgelegenen Parkplatz des Ben Nevis. Dort stehen gut sichtbar Schilder, die auf die Gefahren des Wanderweges hinweisen und dass dieser nur von erfahrenen Bergsteiger*innen genutzt werden sollte.“ Um aber allen Bergsteiger*innen, den erfahrenen und den weniger erfahrenen, künftig zu helfen, die jeweils passenden Wanderwege zu finden, werde die Maps-Route ab sofort beim Besucher*innenzentrum enden.

Jetzt endet die vorgeschlagene Route von Googlemaps, um den Ben Nevis zu erklimmen, am Fuße des Berges. Foto: Screenshot / Googlemaps
Jetzt endet die vorgeschlagene Route von Googlemaps, um den Ben Nevis zu erklimmen, am Fuße des Berges. Foto: Screenshot / Googlemaps

Während die BBC in ihrem Artikel Screenshots aus Googlemaps zeigt, die tatsächlich den laut JMT gefährlichen Weg vorschlagen, wurde die Route zwischenzeitlich angepasst. Jetzt endet der Weg am Besucher*innenzentrum, es folgt ein gepunkteter Weg auf den Gipfel.

App-Empfehlungen mit Wanderkarten überprüfen

Dazu schreibt der JMT auf Twitter am Montag: „Wir begrüßen die schnelle Reaktion von Google. Wir wollen, dass jede*r unsere Berge so sicher wie möglich besteigen kann. Zur Sicherheit empfehlen wir, dass sich alle Wander*innen nicht ausschließlich auf Routenplanungs-Apps verlassen, sondern die Vorschläge mit Wanderkarten überprüfen.“

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