Heftige Zusammenstöße am Rande von Beerdigung eines zwölfjährigen Palästinensers

·Lesedauer: 1 Min.
In Beit Ummar werfen Menschen Steine auf Soldaten

Am Rande der Beerdigung eines zwölfjährigen palästinensischen Jungen im Westjordanland ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen hunderten Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, warfen die in Beit Ummar versammelten Palästinenser am Donnerstag Steine auf die Soldaten, die daraufhin Tränengas in die Menge feuerten. Ein 20-jähriger Palästinenser sei durch Schüsse der israelischen Armee gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Abend mit.

Der zwölfjährige Mohamad al-Alami war nach palästinensischen Angaben am Mittwoch von israelischen Soldaten angeschossen worden und später gestorben. Die Zusammenstöße ereigneten sich nach einem Trauerzug für al-Alami, dessen Sarg in die Flagge der palästinensischen Fatah-Partei gehüllt war. Bei den Zusammenstößen sei ein 20-jähriger Palästinenser von Kugeln im Kopf und im Bauch getroffen worden und gestorben, erklärte das palästinensische Gesundheitsministerium.

Nach Angaben der palästinensischen Behörden war Mohamad al-Alami am Mittwoch während einer Autofahrt mit seinem Vater von israelischen Soldaten angeschossen worden. Nach Angaben der israelischen Armee hatten Soldaten nahe dem Checkpoint Beit Ummar beobachtet, wie Männer aus einem Auto stiegen und etwas im Boden vergruben. Bei einer Untersuchung des Ortes hätten die Soldaten zwei Säcke gefunden, einer davon habe die Leiche eines Neugeborenen enthalten.

Als die Soldaten das Auto später erneut gesehen hätten, hätten sie versucht dieses anzuhalten. Da der Fahrer auch auf Warnschüsse und lautes Rufen nicht reagiert habe, habe einer der Soldaten "in Richtung der Autoreifen geschossen", um das Fahrzeug zum Stehen zu bringen. "Wir prüfen die Behauptung, dass als Folge der Schüsse ein palästinensisches Kind getötet wurde", erklärte die israelische Armee weiter.

ck/jes

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.