Zuzug nach Deutschland in 2017 stärker als Abwanderung

2017 stand dem Zuzug von 1,551 Millionen Menschen der Wegzug von 1,135 Millionen gegenüber. Foto: Lukas Schulze

Deutschland bleibt attraktiv für Einwanderer - vor allem für Menschen aus den EU-Staaten. Der Zuzug aus Syrien oder dem Irak hat nachgelassen.

Wiesbaden (dpa) - Im vergangenen Jahr sind unter dem Strich insgesamt 416 000 Menschen mehr nach Deutschland gekommen als gegangen.

Dem Zuzug von 1,551 Millionen Menschen stand der Wegzug von 1,135 Millionen gegenüber, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. 2016 lag der sogenannte Wanderungsüberschuss mit rund 500 000 Menschen noch höher.

Unter den Zugezogenen waren 2017 fast 90 Prozent (1,384 Millionen) Ausländer. 865 000 der Weggezogenen hatten ebenfalls einen ausländischen Pass.

Die Zahl der Zuzüge von Deutschen - dazu zählen auch Spätaussiedler - ist von 146 000 auf rund 167 000 Menschen gestiegen. Zugleich sind mit 249 000 (2016: 281 000) weniger Deutsche ins Ausland weggezogen. Dies bedeutet insgesamt bei den deutschen Staatsbürgern einen Wanderungsverlust von 82 000 Menschen.

Unter den Ausländern war die Zuwanderung aus den EU-Ländern am stärksten (239 000). Dahinter kommen Asien (140 000), sonstige europäische Länder (60 000) und Afrika (35 000). Zum Überschuss bei der EU-Zuwanderung trugen vor allem zugewanderte Menschen aus Rumänien (73 000), Polen (34 000), Kroatien (33 000) und Bulgarien (30 000) bei.

Dagegen ist die Zuwanderung aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stark zurückgegangen. Unter dem Strich kamen aus Syrien im vergangenen Jahr 60 000 Menschen (2016: 146 000), aus Afghanistan 4000 (2016: 56 000) und dem Irak 16 000 (2016: 48 000).

Aus den Balkanstaaten gab es - anders als 2016 - wieder mehr Zuzüge als Wegzüge. Aus dem Kosovo kamen per Saldo 8000 Menschen, aus Serbien und Mazedonien jeweils 6000.

In der Statistik sind nur Menschen erfasst, die von den Einwohnermeldeämtern registriert wurden.