Zwei Demokratie-Aktivisten in Hongkong festgenommen

In Hongkong haben die Behörden zwei führende Unabhängigkeitsaktivisten festgenommen. Baggio Leung und Yau Wai Ching wurden am Mittwochmorgen in ihren Wohnungen in der ehemaligen Kronkolonie aufgegriffen, wie ihre Partei Youngspiration auf ihrer Facebook-Seite mitteilte. Den beiden China-Gegnern wird demnach vorgeworfen, an "illegalen Versammlungen" teilgenommen zu haben.

Die beiden jungen Politiker, die bereits im vergangenen Jahr daran gehindert wurden, ihre Sitze als Abgeordnete im Parlament einzunehmen, gehören zu einer neuen politischen Bewegung in Hongkong, die für eine völlige Loslösung von Peking eintreten, weil sie die Bürger- und Freiheitsrechte bedroht sehen. Ihre Abgeordnetenmandate durften sie nicht ausüben, weil sie bei der Vereidigung absichtlich die Eidesformel veränderten, sich mit "Hongkong ist nicht China"-Flaggen ausstaffiert und Slogans gerufen hatten. Peking verhinderte daraufhin eine neuerliche Vereidigung.

Erst im vergangenen Monat waren neun Demokratieaktivisten, darunter Studenten und Abgeordnete des Parlaments, wegen ihrer Beteiligung an den sogenannten Regenschirm-Protesten im Jahr 2014 angeklagt wurden. Bei den Protesten hatten zeitweise zehntausende Menschen mehr Demokratie und freie Wahlen in Hongkong gefordert.

Die damalige britische Kronkolonie Hongkong war 1997 an China zurückgegeben worden - gemäß der Formel "ein Land, zwei Systeme". Die Volksrepublik sagte Hongkong für 50 Jahre eine weitreichende innere Autonomie zu. Die Opposition wirft Peking jedoch vor, sich zunehmend in die Angelegenheiten Hongkongs einzumischen und damit die Autonomievereinbarungen zu verletzen.

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