Zwei Ex-Polizisten wegen unterlassener Hilfeleistung bei Floyd-Tod verurteilt

Zwei ehemalige US-Polizisten sind wegen Nichteingreifens beim gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd zu Haftstrafen verurteilt worden. Bundesrichter Paul Magnuson verurteilte J. Alexander Kueng am Mittwoch in Saint Paul zu drei, Tou Thao zu dreieinhalb Jahren Haft. Floyds Erstickungstod in der Stadt Minneapolis am 25. Mai 2020 hatte landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

Kueng und Thao waren bereits im Februar wegen der Verletzung der Bürgerrechte Floyds und unterlassener Hilfeleistung verurteilt worden. Das Strafmaß stand noch aus.

Ihr ehemaliger Kollege Derek Chauvin war wegen Floyds Tod in zwei Prozessen zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft und dann nochmal zu mehr als 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der Polizist hatte dem mit Handschellen gefesselten 46-Jährigen Floyd rund neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt und ihn so erstickt.

Kueng und Thomas Lane, ein Ex-Polizist, der in der vergangenen Woche zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, hatten geholfen, Floyd festzuhalten. Lanes Anwalt hatte geltend gemacht, dass sein Mandant vorgeschlagen hatte, Floyd auf die Seite zu rollen, und dass er versucht hatte, ihn wiederzubeleben.

Thao hatte während der tödlichen Festnahme Augenzeugen zurückgedrängt, die sich für Floyd eingesetzt hatten.

Lane hatte sich im Mai bereits in einer separaten Anklage vor einem Gericht des Bundesstaates Minnesota wegen Beihilfe zum Totschlag schuldig erklärt. Kueng und Thao müssen sich in einem weiteren Verfahren von Oktober an wegen Totschlags verantworten.

Anlass der brutalen Festnahme war die Beschuldigung eines Kioskbetreibers, nach der Floyd versucht haben soll, eine Packung Zigaretten mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein zu bezahlen.

kol/lan

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