Zwei-Personen-Regel für Flugzeug-Cockpits wird wieder abgeschafft

Flugzeugtrümmer nach Germanwings-Absturz

Die deutschen Fluggesellschaften schaffen die nach dem Germanwings-Absturz vor zwei Jahren eingeführte Zwei-Personen-Regel für das Cockpit wieder ab. Überprüfungen hätten gezeigt, dass die Regelung keinen Sicherheitsgewinn bringe und dafür andere Risiken entstünden, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag in Berlin. Die Änderung soll demnach spätestens zum 1. Juni umgesetzt werden.

Die Regelung war als Konsequenz aus dem Absturz der Germanwings-Maschine mit 150 Toten im März 2015 in den französischen Alpen eingeführt worden. Der offenbar unter Depressionen leidende Copilot Andreas Lubitz hatte den Ermittlungen zufolge das Flugzeug absichtlich in die Berge gesteuert. Lubitz hatte demnach die Kabinentür von innen verriegelt, als er allein im Cockpit war. Fluggesellschaften ordneten deshalb an, dass sich dort grundsätzlich jederzeit zwei Crewmitglieder aufhalten müssen.

Diese Regelung bewährte sich nach Ansicht der Airlines aber nicht. Durch die Zwei-Personen-Regel werde die Tür öfter und vorausschaubarer geöffnet, erklärte der BDL. Dies erhöhe das Risiko, dass "fanatisierte, radikalisierte, politisch oder psychologisch motivierte Täter" in das Cockpit gelangten. Die Cockpittür ist besonders gesichert, damit Unbefugte nicht hereinkommen können.

Die Gesellschaften stuften zudem laut BDL das Risiko eines Suizidszenarios als "extrem gering" ein. Um dies weiter zu vermindern, müsse die Sensibilisierung für psychische Erkrankungen verstärkt werden. Dazu gehöre etwa die verstärkte flugmedizinische Aufsicht bei den Auswahl- und Überprüfungsverfahren der Piloten.

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