Zwei Tote bei Messerattacke in Moschee in Südafrika

Bei einer Messerattacke in einer Moschee in Südafrika sind am Donnerstag zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Angreifer wurde erschossen, als er auf Polizisten losging, wie die Polizei mitteilte

Bei einer Messerattacke in einer Moschee in Südafrika sind am Donnerstag zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Der Angreifer wurde erschossen, als er auf Polizisten losging, wie die Polizei mitteilte. Die Attacke wurde demnach in Malmesbury rund 60 Kilometer nordöstlich von Kapstadt verübt. Die Hintergründe blieben zunächst unklar. Es handelte sich um die zweite Gewalttat in einer Moschee in Südafrika binnen eines Monats.

Die Polizei wurde den Angaben zufolge von Gläubigen alarmiert, die zum Morgengebet in die Moschee gekommen waren. Die beiden Todesopfer erlagen ihren Verletzungen, wie die Polizeisprecherin der Provinz Western Cape, Noloyiso Rwexana, mitteilte. Die zwei Verletzten wurden im Krankenhaus behandelt.

Bei dem Angreifer handelte es sich örtlichen Medienberichten zufolge um einen Somalier. Sein Motiv war zunächst unklar. Der etwa 30 Jahre alte Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe die Polizisten angegriffen, die ihn überreden wollten, sich zu stellen, sagte die Polizeisprecherin. "Er wurde erschossen."

Der Muslim Judicial Council (MJC), der die muslimische Gemeinde in Südafrika vertritt, erklärte, er sei "zutiefst schockiert" über den Vorfall zum Ende der Fastenzeit Ramadan. Ebrahim Rasool, ein ranghoher Vertreter des regierenden Afrikanischen National Kongresses (ANC), übermittelte vor Ort das Mitgefühl von Präsident Cyril Ramaphosa. Dieser sei "besorgt über die Plage der Intoleranz, des Mordens und des Konflikts, der die muslimische Gemeinschaft zu infiltrieren beginnt".

Erst Anfang Mai waren bei einer Messerattacke in einer Moschee in der Stadt Verulam in der Nähe der Hafenstadt Durban ein Imam getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden. Die drei Angreifer sind weiterhin flüchtig, die Ermittlungen dauern an. Die Polizei schließt einen extremistischen Hintergrund nicht aus.

Nick Piper vom Beratungsbüro Signal Risk erklärte, es gebe "nicht genug Hinweise, um davon auszugehen, dass die beiden Attacken miteinander verbunden sind und terroristischer Art sind". Für derartige Rückschlüsse sei es noch zu früh. Während es sich in Verulam um eine schiitische Moschee handelte, gehört die Moschee in Malmesbury einer sunnitischen Gemeinde.

Südafrika hat eine Geschichte relativer religiöser Toleranz. Nur etwa 1,5 Prozent der 53 Millionen Südafrikaner sind Muslime. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern blieb es in den vergangenen Jahren von radikalislamischen Anschlägen verschont.

Ende der 90er Jahre hatte es in Kapstadt zahlreiche Rohrbombenanschläge gegeben, unter anderem auf ein Restaurant der US-Kette "Planet Hollywood" im Touristenviertel Waterfront. Die Polizei vermutete damals radikale muslimische Gruppen dahinter.