Zweifel an Schutz persönlicher Impfdaten in Indonesien nach peinlicher Datenlücke

Joko Widodo bei seiner Corona-Impfung (AFP/HANDOUT)

In Indonesien wächst die Kritik am mangelhaften Schutz persönlicher Daten durch die Behörden, nachdem der Impfpass von Staatschef Joko Widodo von Internetnutzern ins Netz gestellt wurde. "Wenn die Daten eines Präsidenten geleakt werden können, was ist dann mit mir, der ich ein ganz normaler Mensch bin?", sagte der 39-jährige Ageng Wibowo aus Jakarta am Samstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Unbekannte hatten zuvor Widodos Impfausweis mit Angaben zu erhaltenen Impfungen und seiner ID-Nummer ins Internet gestellt. Nach Angaben der Behörden hatten sie sich über die offizielle App zur Beobachtung des Verlaufs der Corona-Impfkampagne Zugriff auf die Daten verschafft. Die Sicherheitslücke sei mittlerweile geschlossen worden, sagte Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin.

Einen Tag zuvor hatten Forscher des Verschlüsselungsanbieters vpnMentor aufgedeckt, dass die Daten von 1,3 Millionen Nutzern einer staatlichen App für Tests und Kontaktnachverfolgung eingesehen worden waren. Demnach hatten die Hacker wohl Zugriff auf massenweise Daten von Fahrgästen öffentlicher Verkehrsmittel und Covid-19-Testergebnissen.

In den Online-Netzwerken brachten die Menschen ihre Empörung zum Ausdruck: "Wie viele große Fälle brauchen wir noch, um zu zeigen, dass das IT- und Datenmanagement in unserem Land ein einziges Versagen ist?", schrieb ein Nutzer auf Twitter.

"Datenschutzverletzungen kommen in Indonesien häufiger vor", sagt der Experte für Cybersicherheit Alfons Tanujaya. Das liege daran, dass sehr viele Menschen digitale Dienste nutzten, das Bewusstsein für Datenschutz zugleich aber sehr gering sei.

pe/ju

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