Zweite Liga: Jetzt schlägt die Stunde von Unions Pechvogel

Oft war er verletzt, oft waren andere besser, nun ist Philipp Hosiner in Form – rechtzeitig für das Entscheidungsspiel in Braunschweig

Berlin.  Im Land der Floskeln, das man durch die Presseräume der Fußball-Bundesligen betritt, muss jeder selbst sehen, dass er zwischen Wahrheit und frommer Lüge den Einzelfall prüft. Beim 1. FC Union etwa zählte das Versprechen, der Österreicher Philipp Hosiner werde noch wichtig in dieser Saison, zu den gut abgehangenen Sätzen. Bitte nicht falsch verstehen: Philipp Hosiner ist ein edler Fußballer. Spieler wie ihn, die derart präzise Bewegungen und Torschüsse draufhaben, sucht man eine Weile in Liga zwei. Ein Hosiner auf der Bank, das ist reiner Luxus. Nur muss man sich für Luxus bewusst entscheiden. Und das hat Unions Trainer Jens Keller eher selten freimütig getan. Hosiner hatte einfach ordentlich Pech bei Union: Dreimal war er in seiner Laufbahn ernsthaft verletzt, zweimal davon in den zehn Monaten in Berlin.

Hosiner kam als Ersatz für den nach Hamburg verzogenen Bobby Wood im vergangenen Sommer aus Rennes. Nach einem Ligaspiel riss ihm ein Muskel, sein Ersatz, Collin Quaner, schoss sich in einen ungeahnten Rausch. Hosiner arbeitete sich in seinem Schatten wieder heran, dann kollabierte im Dezember 2016 ein Lungenflügel, und Hosiner fand sich statt auf dem Rasen im Krankenhaus wieder. Als Quaner im Winter nach England ging, holte Union von dort gleich Sebastian Polter wieder heim. Polter wurde gefeiert wie der Heiland, machte sofort seine Tore. Und Hosiner? War wieder hinten dran. "Meine Krankenhistorie ist schon ungewöhnlich", sagt er, der mit der Situation hätte hadern können. Wä...

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