Zweites Todesopfer nach Explosion in Diyarbakir gestorben

Schäden nach der Detonation in Diyarbakir

Nach der heftigen Explosion in der südostürkischen Stadt Diyarbakir ist ein zweites Opfer seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Mann sei im Krankenhaus gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstagabend. Der Gouverneur von Diyarbakir hatte zunächst nur von einem Todesopfer gesprochen. Dabei handelte es sich seinen Angaben zufolge um einen zivilen Angestellten des Polizeihauptquartiers in der Kurdenmetropole.

Die heftige Explosion hatte das Polizeihauptquartier von Diyarbakir am Dienstag erschüttert - fünf Tage vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei. Innenminister Süleyman Soylu teilte mit, es habe sich um ein Unglück während Reparaturarbeiten an gepanzerten Fahrzeugen der Polizei gehandelt. "Es gab keine Intervention von Außen", sagte Soylu im Fernsehsender NTV.

Der Gouverneur erklärte ebenfalls, die Explosion sei durch Arbeiten an einem Panzerwagen ausgelöst worden. Die genaue Ursache der Explosion sei aber "noch unbekannt".

Nach Angaben von Rettungskräften wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Ein Verschütteter wurde später aus den Trümmern befreit, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Die Detonation war so stark, dass sie in der ganzen Stadt zu hören war, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Über der Stadt stieg grauer Rauch auf.

Die Türken sind am kommenden Sonntag aufgerufen, über die Einführung eines Präsidialsystems abzustimmen. Mit der von Präsident Recep Tayyip Erdogan angestrebten Verfassungsänderung würde die Macht des türkischen Staatschefs deutlich ausgeweitet. Kritiker werfen Erdogan vor, damit seine autoritäre Alleinherrschaft zementieren zu wollen.

In den kurdischen Regionen im Südosten der Türkei ist der Widerstand gegen Erdogan besonders stark. Der Präsident verfolgt seit dem Zusammenbruch von Friedensgesprächen mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Sommer 2015 einen harten Kurs gegenüber der Minderheit. Die PKK kämpft seit 1984 gewaltsam gegen den türkischen Staat.

Die Extremistengruppe verübt seit Jahren immer wieder blutige Anschläge gegen Polizisten und Soldaten in der Türkei. Diyarbakir ist eines der Zentren des Konflikts, in dem bereits mehr als 40.000 Menschen getötet worden sind. In den letzten Monaten vor dem Referendum am 16. April gab es allerdings keine größeren Anschläge der PKK oder anderer kurdischer Extremistengruppen in der Türkei.

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