Zypries fordert "gerechtere Bezahlung" von Frauen

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat eine "gerechtere Bezahlung" von Frauen gefordert. Die Lohnlücke müsse "endlich geschlossen werden", erklärte Zypries anlässlich des Equal Pay Days am Samstag

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat eine "gerechtere Bezahlung" von Frauen gefordert. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern müsse "endlich geschlossen werden", erklärte Zypries anlässlich des Equal Pay Days am Samstag. "Wer eine starke Wirtschaft will, muss auf Diversität in der Firma setzen. Dazu gehören auch Frauen, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten."

Zypries erwähnte die Beschlüsse der großen Koalition zu Frauenquoten in Führungsetagen und zu mehr Transparenz bei Gehältern und fügte hinzu: "Aber wir brauchen auch eine gerechtere Bezahlung." Der Equal Pay Day markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Bis zu diesem Tag müssen Frauen arbeiten, um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am Ende des Vorjahres erzielten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verdienten Frauen im vergangenen Jahr durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Ein Großteil der Lohnlücke ist damit begründet, dass mehr Frauen in schlechter bezahlten Branchen und weniger in Führungsposition arbeiten. Zudem haben Frauen häufiger als Männer einen Teilzeitjob oder eine geringfügige Beschäftigung.

Zypries wies darauf hin, dass Frauen auch bei vergleichbaren Qualifikationen immer noch sechs Prozent schlechter bezahlt würden. Das Kabinett hatte Mitte Januar ein lange umkämpftes Gesetz von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) beschlossen, das die Lohnlücke verkleinern soll. Demnach können Beschäftigte in Firmen ab 200 Mitarbeitern Informationen darüber verlangen, was vergleichbare Kollegen verdienen.

Dagegen gibt es von den Wirtschaftspolitikern der Union aber weiter Widerstand. Der Vorsitzende des Unions-Sozialflügels, Karl-Josef Laumann (CDU), forderte seine Parteikollegen auf, ihre Blockade aufzugeben. Laumann sagte der "Frankfurter Rundschau" vom Samstag: "Es ist schlicht nicht klug, jetzt einen Kompromiss zu boykottieren, den die Arbeitgeberverbände im Grunde mittragen." Das Thema werde nicht verschwinden - und er zweifle daran, "ob der nächste Vorstoß in dieser Richtung der Wirtschaft besser schmecken wird". Die Wirtschaft fürchtet zu viel Bürokratie durch das Gesetz.

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