„Jabba‘s Palace“: Lego droht Anzeige wegen Volksverhetzung


Es begann ganz harmlos unter dem Weihnachtsbaum: Ein kleiner Junge aus Österreich bekam von seiner Tante einen Lego-Bausatz geschenkt. Das Set "Jabba‘s Palace" ist Teil der "Star Wars"-Reihe und stellt eine Nachbildung des Domizils des Bösewichts Jabba dar. Der Vater des Jungen freute sich jedoch ganz und gar nicht über das Geschenk und gab es zurück. Seine Begründung: Die Figuren und der Palast strotzten nur so vor Vorurteilen und rassistischen Unterstellungen. Mittlerweile zieht die Türkische Gemeinde Österreich eine Klage gegen Lego in Erwägung – wegen Volksverhetzung.


"Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet" – so lautet der Hinweis auf der Verpackung des Lego-Sets "Jabba’s Palace". "Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9-14 Jahre." Geht es nach der Türkischen Gemeinde Österreich, so sollte jedoch überhaupt kein Mensch mehr den Bausatz 9516 aus der "Star Wars"-Reihe zu Gesicht bekommen. Als "pädagogischen Sprengstoff" bezeichnet der Verein das Lego-Produkt auf seiner Website. Der Bausatz soll eine Nachbildung des Palastes des "Star Wars"-Bösewichts Jabba darstellen.

Die Türkische Gemeinde Österreich ist jedoch vielmehr der Meinung, dass es sich dabei um eine recht eindeutige Nachbildung der Hagia Sophia in Istanbul und der Moschee Jami al-Kabir in Beirut handelt. Doch auch Analagien zu anderen Gotteshäusern entdecken sie: "Kurz, das Modell ähnelt Sakralbauten, egal ob Kirche, Moschee oder Tempel", heißt es weiter. Maschinengewehre, wie sie die Figuren des Bausatzes in den Händen halten, hätten in dieser Kulisse definitiv nichts zu suchen.



Zweiter Vorwurf von Seiten der Gemeinde: Gewaltverherrlichung. "Die Raketen, Kanonen, Waffen wie Laserpistole, Gewehre und Samurai-Schwerter und Falltüren in der Burganlage sind pädagogisch bedenklich", erklärten die Kritiker weiter. Die Kombination aus Tempelbau und Bunkeranlage, aus der geschossen wird, könne für Kinder zwischen neun und 14 Jahren sicher nicht geeignet sein. Darüber hinaus sei es offensichtlich, dass die wurmartige Kreatur Jabba – in "Star Wars" Wasserpfeife rauchender Anführer einer Verbrecherbande – und die ganze Szenerie rassistische Vorurteile gegenüber den Orientalen und Asiaten widerspiegle und sie als "hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten (Sklavenhalter, Anführer von Verbrecherorganisationen, Terroristen, Verbrecher, Mörder, Menschenopferung)" darstelle.

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Die alarmierte Türkische Kulturgemeinde zieht nun juristische Schritte gegen Lego wegen Volksverhetzung in Erwägung. Der Spielzeughersteller reagierte in einem knappen Statement auf die Vorwürfe. "Jabba’s Palace" sei dem Original aus "Star Wars" so realistisch wie möglich nachgebaut, nicht mehr und nicht weniger.


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