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10 Fakten: Faszinierende Geheimnisse über die Tiefsee

Die Tiefsee hat gigantische Ausmaße und steckt voller Geheimnisse. Immer wieder machen Wissenschaftler spektakuläre Entdeckungen. Hier kommen zehn spannende Fakten zu den Tiefen der Ozeane.

Blick aus dem Marianengraben im Westpazifik. (Bild: Getty Images)
Blick aus dem Marianengraben im Westpazifik. (Bild: Getty Images)

Die Tiefsee ist die größte und gleichzeitig am wenigsten erforschte Region der Erde. Ihre Fläche umfasst mehr als 300 Millionen Quadratkilometer und ist somit größer, als alle Kontinente zusammen. Gerade einmal fünf Prozent des Meeresbodens sind bisher erforscht und kartiert.

Gigantische Tiefen und riesige Temperaturunterschiede

Ab einer Wassertiefe von etwa 200 Metern wird im Allgemeinen von Tiefsee gesprochen. Die tiefste Stelle liegt mit 11.934 Metern im pazifischen Challengertief im Marianengraben. Die Temperaturen liegen in der Tiefsee meist um die 2 bis 4 Grad Celsius, können aber in der Nähe von heißen Quellen auch bis zu 400 Grad betragen.

Tiefseebewohner erzeugen eigenes Licht

Ab einer Wassertiefe von etwa 600 Metern ist es in der Tiefsee stockfinster. Das Sonnenlicht erreicht nur die oberen Wasserschichten und schon ab etwa 200 Metern ist keine Photosynthese und somit auch kein Pflanzenwachstum mehr möglich. Die Wissenschaft geht davon aus, dass 90 Prozent aller Tiefseebewohner eigenes Licht erzeugen können. Sie sind biolumineszierend, können also durch enzymatische Reaktionen selbst Licht produzieren und erscheinen dann in bunten, leuchtenden Farben.

Nur ein Drittel der Tiefseelebewesen sind bekannt

Immer wieder entdecken Forscher faszinierende Unterwasserwesen, wie etwa im vergangenen Jahr eine erdbeerförmige, zwanzigarmige Kreatur, die aussieht wie von einem anderen Stern.

Die biologische Vielfalt der Unterwasserwelt wird uns mit Sicherheit noch so manche Überraschung bescheren. Forschende der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung haben mit einem Team internationaler Wissenschaftler zwei Milliarden DNA-Sequenzen von 15 internationalen Tiefsee-Expeditionen ausgewertet.

Ergebnis: Fast zwei Drittel der auf dem Meeresboden lebenden Organismen konnten keiner bislang bekannten Gruppe zugeordnet werden.

Das passiert mit toten Walen auf dem Meeresgrund

Stirbt ein Wal, sinkt sein Körper auf den Meeresboden. Die Rede ist dann von einem Walsturz oder Walfall. Ein toter Wal kann viele hundert Meter tief sinken. Er ist dann in den kargen Regionen der Tiefsee für die dortigen Bewohner eine Nährstoffquelle und somit wichtig für das Ökosystem der Unterwasserwelt. Ein Walsturz wird von vielen Meeresbewohnern besiedelt und dient ihnen teils viele Jahre als Nahrungsgrundlage.

Hydrothermalfelder und Schwarze Raucher

Eine Besonderheit in der Tiefsee sind Hydrothermalfelder und Schwarze Raucher. Die Erdkruste ist an solchen Stellen nur dünn. Darunterliegende Magma sorgt für sehr hohe Temperaturen bis zu 400 Grad. Wie in einem Youtube-Video (ab Minute 5:14) zu sehen ist, steigen aus Erdspalten unter Wasser dicke, schwarze Rauchwolken auf.

Müllhalde am Meeresgrund

Leider ist die vom Mensch gemachte Umweltverschmutzung auch schon längst in der Tiefsee angekommen. Bereits in 2018 filmte ein Tauchroboter in 11.000 Metern Tiefe im Marianengraben eine Einkaufstüte aus Plastik.

Im vergangenen Jahr veröffentlichten Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts, des Naturmuseums Frankfurt, der Universität Basel, des Alfred-Wegener-Instituts sowie Helmholtz-Zentrums für Polar- und Meeresforschung eine neue Studie zum Thema. Sie führten die aktuell umfangreichste Untersuchung von (Makro-)Plastikmüll in einer Tiefe von bis zu 9600 Metern durch. Die Wissenschaftler nahmen mit Schleppnetzen im Kurilen-Kamtschatka-Graben, im nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans, an 13 Stationen in Tiefen von 5134 und 9582 Metern Proben. Die Ergebnisse seien alarmierend, vermeldeten die Forscher anschließend. Sie fanden in allen Proben Plastikmüll unterschiedlichster Herkunft. Pro Kilogramm Sediment wurden bis zu 1596 Mikroplastik-Teilchen nachgewiesen – eine so große Menge hat selbst die Forscher überrascht.

Infografik: Plastik währt ewig in den Ozeanen | Statista
Infografik: Plastik währt ewig in den Ozeanen | Statista

Geisternetze in der Tiefsee

Auch sogenannte Geisternetze sind in der Tiefsee ein großes Problem. Dabei handelt es sich verlorene oder absichtlich zurückgelassene Fischernetze, die auf den Meeresboden sinken. Dort werden sie für die Tiefseebewohner oft zu einer lebensbedrohlichen Gefahr. Die Tiere verfangen sich in den Netzen und verenden qualvoll.

Rot ist in der Tiefsee eine Tarnfarbe

Die Farbe Rot liegt bei den Bewohnern der Tiefsee voll im Trend und das hat einen ernsten Hintergrund. Nahrung ist in ihrem Lebensraum knapp und es gilt einmal mehr fressen oder gefressen werden. Die Farbe Rot wird schon in den obersten Schichten der Ozeane absorbiert. Rot wirkt damit in der Unterwasserwelt wie Schwarz und ist somit in der völligen Dunkelheit der Tiefsee eine perfekte Tarnfarbe.

Der höchste Berg der Erde liegt in der Tiefsee

Der Mount Everest gilt mit einer Höhe von mehr als 8848 Metern gemeinhin als der höchste Berg der Welt. Das stimmt allerdings nur, wenn man ab dem Meeresspiegel misst. Der Berg Mauna Kea auf Hawaii hat seinen Fuß in der Tiefsee. Er bringt es auf eine Höhe von mehr als 10.203 Metern. 4205 Meter des Vulkans liegen über dem Meeresspiegel, der Rest darunter.

Die Spitze des Bergs Mauna Kea. (Bild: Getty)
Die Spitze des Bergs Mauna Kea. (Bild: Getty)

Drei Millionen Schiffswracks

Kriegsschiffe, Passagierdampfer, Piratenschiffe, Tanker – auf dem Grund der Meere dieser Welt liegen nach Schätzungen der Unesco mehr als drei Millionen Schiffswracks. Die stammen aus vielen verschiedenen Epochen und an Bord haben sie oft Gold, Silber und andere Schätze. Wracks, die seit mehr als 100 Jahren unter Wasser liegen, gelten als Weltkulturerbe und unterliegen besonderem Schutz.

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