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10 Fakten: Wie man am besten durch den Stau kommt

Die Autobahnen sind voll mit Urlaubsreisenden und Staus nahezu unvermeidlich. Wir haben zehn Tipps und Regeln, damit Sie sicher durch den Stau kommen und erklären, auf welchen Strecken das Verkehrsaufkommen besonders hoch ist.

Stau auf einer deutschen Autobahn. (Bild: Getty Images)
Stau auf einer deutschen Autobahn. (Bild: Getty Images)

In Deutschland ist Urlaubszeit. In vielen Bundesländern haben die Sommerferien bereits angefangen. In den nächsten Tagen ziehen auch Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland nach. Nur die Kinder in Bayern müssen sich noch bis zum Ende des Monats gedulden.

Das bedeutet auch, dass die Autobahnen besonders voll werden. Eine gute Vorbereitung – wie Proviant in der Kühltasche und Spielzeug für die Kinder – macht längere Wartezeiten erträglicher. Zudem gibt es einige Tipps und Regeln, die Sie kennen sollten, wenn Sie längere Zeit im Stau stecken. Außerdem erfahren Sie, welche Strecken kommendes Wochenende voraussichtlich besonders belastet sein werden.

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Infografik: Deutschlands Stau-Hauptstädte | Statista
Infografik: Deutschlands Stau-Hauptstädte | Statista

Im Stau auf der Autobahn aussteigen

Längere Wartezeiten im Stau sind für alle Autofahrer eine große Belastung – besonders, wenn die Außentemperaturen hoch sind und im Wagen die Hitze langsam unerträglich wird. Aussteigen auf der Autobahn ist laut Straßenverkehrsordnung (§ 18 Abs. 9 Satz 1) jedoch nicht gestattet.

Aber: "Meist ist die Polizei bei längeren Störungen, wie zum Beispiel einer Vollsperrung, nachsichtig, wenn es jemandem im Fahrzeug zu heiß oder gar übel wird", so der ADAC. Wichtig sei aber, dass Insassen immer in der Nähe des Autos bleiben. Ausgiebige Spaziergänge auf der Autobahn sind tabu!

Rechtzeitig Rettungsgasse bilden

Ein Stau bedeutet oft auch, dass es einen Unfall gab und Personen dringend Hilfe benötigen. Deshalb ist es wichtig, eine Rettungsgasse zu bilden. Das gilt nicht erst bei Stau, sondern schon bei stockendem Verkehr. So geht's richtig: Fahrer auf der linken Spur fahren nach links, der Rest nach rechts.

Wer sich nicht daran hält, dem drohen hohe Bußgelder bis zu 320 Euro, Punkte und Fahrverbot. Eine Übersicht zu den Verstößen und dazugehörigen Strafen gibt es hier beim ADAC.

Rechts überholen im Stau

Eigentlich ist rechts überholen grundsätzlich verboten. Im Stau gibt es jedoch Ausnahmen. Wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit maximal 60 km/h fährt, darf man rechts überholen – aber nur mit einer Differenzgeschwindigkeit von 20 km/h, maximal also mit 80 km/h. Steht der Verkehr, darf rechts mit einer Geschwindigkeit von maximal 20 km/h überholt werden. "Wer sich nicht daran hält, riskiert eine saftige Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt", warnt der ADAC.

Nur in einer Ausnahmesituation rückwärts fahren und wenden

Rückwärtsfahren und wenden ist auf der Autobahn grundsätzlich verboten. Wer sich nicht daran hält, dem drohen bis zu 200 Euro Geldbuße, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot Aber es gibt eine spezielle Ausnahme: Wenn die Polizei bei längeren Vollsperrungen dazu auffordert, um den Verkehr von der Autobahn abzuleiten.

Standstreifen benutzen

Autobahn
Darf man im Stau auf dem Standstreifen fahren? (Symbolbild: Getty)

Mal eben auf dem Standstreifen am Stau vorbei zur nächsten Ausfahrt fahren? Auch das kann teuer werden. 75 Euro Bußgeld und ein Punkt drohen. Standstreifen sind für Pannenfahrzeuge reserviert und müssen frei gehalten werden.

Aber auch hier gibt es eine Ausnahme: Wenn Verkehrszeichen die Nutzung des Standstreifens erlauben.

Im Stau das Handy nutzen

Aus Langeweile greift mancher im Stau zum Smartphone. Aber auch das ist verboten. Wer ohne Freisprechanlage telefonieren oder das Handy sonst irgendwie nutzen will, darf das nur, wenn der Motor abgeschaltet ist. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss mit Bußgeld von 100 bis 200 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen.

Durchschlängeln mit dem Motorrad

Sich mit einem Motorrad zwischen im Stau stehenden Fahrzeugen durchzuschlängeln, ist unzulässiges Rechtsüberholen und wird mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt geahndet. Wer es in einer Rettungsgasse versucht, dem droht ein Bußgeld von mindestens 240 Euro und ein Fahrverbot von einem Monat. Nur links zu überholen, ist laut ADAC bei ausreichendem Seitenabstand erlaubt, aber in der Praxis aus Platzgründen sei das nur selten möglich.

Bei Fahrbahnverengungen richtig einfädeln

Ist eine Fahrspur durch einen Unfall oder eine Baustelle blockiert, müssen sich Fahrer auf der blockierten Fahrbahn direkt bis zur Engstelle heranfahren und sich dann einordnen. "In der Praxis wird diese Vorschrift oft als Vordrängeln missverstanden, soll aber den Verkehr am Laufen halten und für eine möglichst reibungslose Weiterfahrt sorgen", so der ADAC.

Stauprognose Deutschland für den 21. Bis 23. Juli 23

Am kommenden Wochenende sind 14 Bundeländer in den Sommerferien, der ADAC rechnet mit einem der staureichsten Wochenenden der Saison. Besonders am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und am Sonntagnachmittag sind lange Staus zu erwarten. Die Experten raten deshalb, möglichst erst Mitte der Woche aufzubrechen.

Die schlimmsten Baustellen auf den deutschen Autobahnen im Sommer 2023. (Quelle: ADAC)
Die schlimmsten Baustellen auf den deutschen Autobahnen im Sommer 2023. (Quelle: ADAC)

Das sind die besonders belasteten Staustrecken (beide Richtungen):

• Fernstraßen zur Nord- und Ostsee
• Großräume Hamburg und Berlin
• A 1 Bremen – Hamburg –Lübeck
• A 3 Frankfurt – Nürnberg – Passau
• A 4 Kirchheimer Dreieck – Bad Hersfeld – Erfurt – Dresden
• A 5 Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe – Basel
• A 7 Hamburg – Flensburg
• A 7 Hamburg – Hannover und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
• A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
• A 9 Halle/Leipzig – Nürnberg – München
• A 10 Berliner Ring
• A 11 Berlin – Dreieck Uckermark
• A 19 Dreieck Wittstock – Rostock
• A 24 Berlin – Hamburg
• A 61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
• A 72 Leipzig – Chemnitz – Hof
• A 93 Inntaldreieck – Kufstein
• A 95/B 2 München – Garmisch-Partenkirchen
• A 99 Umfahrung München

Besonders belastete Strecken im benachbarten Ausland

Auch im benachbarten Ausland ist mit hohem Reiseverkehrsaufkommen zu rechnen. Zu den Problemstrecken zählen laut die ADAC Tauern-, Fernpass-, Inntal-, Brenner- und Gotthard-Route sowie die Fernstraßen zu den italienischen, französischen und kroatischen Küsten. Auch der Verkehr in Richtung Skandinavien werde noch einmal zunehmen.

Hinweis für Österreich-Urlauber: Entlang der österreichischen Inntal- und Brennerautobahn ist wegen der Sperre von Ausweichrouten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Zudem ist der Arlbergtunnel während der gesamten Reisesaison gesperrt.

An den Grenzen zu den südlichen europäischen Nachbarländern sollten Autofahrer laut den Experten Wartezeiten von rund 60 Minuten einplanen, für Fahrten nach Slowenien, Montenegro, Kroatien, Griechenland und in die Türkei noch deutlich mehr.