Schwarze Zähne und Uhrentelefon: Was 1923 für 2023 vorhergesagt wurde

Keine Krankheiten und keine Küchen mehr, Kommunikation über eine Uhr oder per Telepathie: Was Menschen vor 100 Jahren für das Jahr 2023 vorhergesagt haben.

Smartwatches zum Telefonieren haben Wissenschaftler schon vor 100 Jahren vorhergesehen (Symbolbild: Getty Images)
Smartwatches zum Telefonieren haben Wissenschaftler schon vor 100 Jahren vorhergesehen (Symbolbild: Getty Images)

Der Politikwissenschaftler Paul Fairie von der Universität von Calgary hat sich in hundert Jahre alten Zeitungen nach kuriosen Vorhersagen für 2023 umgeschaut. Die Ergebnisse hat er auf seinem Twitter-Account veröffentlicht. Manche Wissenschaftler von 1923 lagen mit ihren Prognosen gar nicht mal so falsch.

Lange Lebenszeit und schöne Menschen

Was die Gesundheit in der Zukunft anbelangt, waren die Wissenschaftler von 1923 besonders optimistisch. Krankheiten wie Krebs, Tuberkulose, Kinderlähmung oder Lepra werden laut einer Quelle vollständig ausgemerzt sein. Bei manchen Krankheiten lag der hoffnungsvolle Forscher fast richtig, zumindest in den Industriestaaten. Bei Krebs lag er leider daneben, trotz sicherlich besser Heilungschancen.

Auch beim Lebensalter zeigten sich die Menschen der Vergangenheit hoffnungsfroh. 100 Jahre alt werde man im Jahr 2023 im Durchschnitt werden. Andere Beobachter gingen gar von 300 Jahren aus. Knapp vorbei. Aktuell beträgt die Lebenserwartung weltweit 70,6 Jahren bei Männern und 74,9 bei Frauen (Stand: 2020).

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Warum sind die Menschen der Zukunft so gesund? Vielleicht, weil sie ihre Nieren mit einer Art Teewärmer vor Kälte schützen? Oder weil nicht mehr körperlich hart arbeiten müssen? Das prognostizierte jedenfalls ein "Elektrikexperte" in einer Zeitung. Die Technik nehme uns die harte Arbeit ab - was im Großen und Ganzen zutreffend ist. Auch über eine Vier-Tage-Woche, die der Elektrospezialist ebenfalls prognostizierte, wird heute zumindest diskutiert.

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Frauen mit Glatzen, Männer mit Locken

Die Fortschritt der Medizin werden Menschen nicht nur älter und gesünder machen, sondern auch schöner. Schönheitswettbewerbe werden laut einer Vorhersage verschwinden - weil alle Menschen gleich schön sind.

Bei den Modetrends "sollten wir uns Sorgen machen", wie ein 1923-Leitartikler herausposaunt. Frauen werden sich Glatzen schneiden - und die Männer dafür Locken drehen. Beide Prognosen sind längst eingetreten, siehe Britney Spears und Minipli. Schwarz gefärbte Zähne sind hingegen nicht fashionable geworden. In Japan ist dieser Brauch schließlich schon seit dem 19. Jahrhundert out und kam auch nicht mehr zurück.

Fliegende Autos über dem Nordpol

Bei Zukunftsvisionen dürfen fliegende Autos natürlich nicht fehlen. Bei Glenn Curtis, laut des "Mineapolis Journal" eine "Autorität bei Flugzeugen" segeln Fluggeräte auf festgelegten Kursen durch die Luft. Angetrieben werden sie laut Curtis aber nicht von Benzin, sondern von Radiowellen.

Überhaupt die Flugzeuge: Laut einer anderen Quelle brauchen sie nur 18 Stunden, um von Chicago bis Hamburg zu fliegen - über den Nordpol. Hier waren die Schätzungen sogar noch vorsichtig. Von der Hansestadt bis in die US-Metropole braucht man heute mit mehrfachem Umstieg nur ca. 11,5 Stunden.

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Kommunikation via Taschenuhr - oder Telepathie

Die Zukunft ist kabellos - darin sind sich 1923 und 2023 einig. Ein Professor sah vor 100 Jahren wenigstens drahtlose Kriege voraus. Elektrisch aufgeladene Wasserstrahlen ersetzen die Kavallerie. Auch zur Kommunikation brauchen laut ihm Menschen keine Kabel mehr: Sie verfügen über eine rudimentäre Form der Telephatie.

Realistischer schätze ein anderer Beobachter die kabellose Kommunikation der Zukunft ein. Die Post wird überflüssig (fast richtig), stattdessen verständigen wir uns über weite Entfernungen per "sprechenden Filme" und "Radiotelefonen in der Größe einer Uhr". Besser kann man Internet, Zoom, und Smartwatches kaum voraussehen.

Auch das Zeitungssterben war vorherzusehen. Wir lesen Nachrichten nicht mehr, sondern hören sie. Nicht ganz richtig, schließlich gibt es immer Zeitungen, die auch das Radio nicht obsolet machte. Wenn auch andere Formen des Lesens das gute alte Papier bedrohen. Auch private Küchen gibt es immer noch. Sie wurden bisher nicht durch chemisch optimiertes Fleisch und Obst verdrängt.

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