39, 17, 13, 4: Warum diese Zahlen Menschen in Angst versetzen

Die Zahl 39 gilt in Afghanistan als Sinnbild des Bösen. Der Aberglaube soll sogar schon zu Toten geführt haben. Reine Paranoia, findet der 21-jährige Student Wais Barakzai – und versucht deshalb, die Zahl mittels einer Internet-Kampagne zu rehabilitieren. Was an der 39 so schlimm sein soll und welche Unglückszahlen es in anderen Kulturen gibt:

Abergläubige Menschen in Afghanistan übermalen die 39 auf ihren Autokennzeichen. Sie wehren sich dagegen, die Ziffernfolge in ihrer Telefon- oder Hausnummer zu haben – und manche „überspringen“ die Zahl sogar, was ihr eigenes Alter anbelangt. Statt 39 sind sie dann eben gleich 40 Jahre alt. Alles kompletter Unsinn, wenn es nach dem 21-jährigen Wais Barakzai geht. Der Student aus Kabul hat deshalb eine Internet-Kampagne gegen die unfaire Behandlung der 39 ins Leben gerufen, die zugehörige Facebook-Gruppe trägt den Titel „Let's fight against wrong mentality about number 39 in Afghanistan" (dt. „Lasst uns die falsche Einstellung zur Zahl 39 in Afghanistan bekämpfen“).

„Die Zahl ist wie verflucht“
Woher die Zahlen-Paranoia kommt, erklärte Barakzai im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. „Viele Afghanen verbinden die Zahl mit der Prostitution“, sagte er. „In Herat soll es angeblich einen Zuhälter gegeben haben, der ein Autokennzeichen mit der Nummer 39 besaß und in einem Apartment 39 wohnte. Seither ist die Zahl wie verflucht.“ So sehr, dass der Aberglaube angeblich bereits tödliche Ausmaße annahm: Bodyguards des Parlamentsabgeordneten Mullah Tarakhel sollen zwei Männer erschossen haben, die sich über Tarakhel und seinen Listenplatz lustig gemacht hatten – er stand auf 39.

Die Unglückszahl 13 in Westeuropa
Was die 39 in Afghanistan, ist die 13 in Westeuropa. Der Aberglaube geht sogar so weit, dass es eine anerkannte Phobie namens „Triskaidekaphobie“ gibt. In manchen Hotels wird das 13. Stockwerk ausgelassen, in Flugzeugen fehlt häufig die Sitzreihe 13 – und fällt die Zahl auch noch mit einem Freitag zusammen, erreicht das angebliche Unglück seinen Höhepunkt, da es sich dabei um Jesus‘ Todestag handelt.

Aber was ist an der Zahl so schrecklich? Eine mögliche Erklärung liefert die Bibel: Am letzten Abendmahl sollen insgesamt 13 Personen teilgenommen haben. Der 13. war Judas, der Jesus kurz darauf verriet. Eine weitere Theorie zum Ursprung des Aberglaubens bezieht sich auf den Übergang vom Mond- zum Sonnenkalender. Ersterer umfasste noch 13 Monate. Mit der Einführung des zwölfmonatigen Sonnenkalenders versuchte man, die Menschen mit allen Mitteln vom Mondkalender abzubringen und machte deshalb die 13 zur Unglückszahl.

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Die 4 in China und die 17 in Italien

In China gilt hingegen die vier als größte Pechzahl – aus dem schlichten Grund, dass sie im Chinesischen ähnlich klingt wie das Wort „Tod“. Aus diesem Grund wird dort oftmals der vierte Stock gemieden und wichtige Ereignisse nicht auf ein Datum gelegt, das die Ziffer enthält. In einigen Regionen Chinas ist aus demselben Grund auch die 10 tabu – im dort gesprochenen Dialekt klingt auch sie nach „Tod“.

Das Pendant dazu stellt in Italien die Siebzehn dar. Hierfür gibt es zwei mögliche Begründungen: An einem 17. soll die Sintflut begonnen haben. Und stellt man die römisch geschriebene Zahl XVII um, so erhält man VIXI – das lateinische Wort für „Ich habe gelebt“, welches mit etwas Fantasie als indirekter Bezug zum Tod gedeutet werden kann. Potenziert wird das Unglück in Italien, wenn die 17 auf einen Freitag trifft.