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Abriss eines Lebenstraums: Illegale Migrantensiedlung auf Mayotte wird Erdboden gleichgemacht

Am Wochenende liefen im französischen Überseedepartement Mayotte nordwestlich von Madagaskar Abrissarbeiten. Planierraupen haben dort Blechhütten in einer Barackensiedlung abgerissen. Viele Migranten verloren somit ihr Obdach. Die Behörden wollen mit der Aktion namens Wuambushu nach eigenen Angaben illegale Bebauung und Kriminalität bekämpfen. Unrechtmäßig Eingereiste sollen ausgewiesen werden. Viele von ihnen leben bereits seit Jahren auf französischem Boden.

"Nun werde ich rausgeworfen"

"Ich arbeite hier seit dem Jahr 2001. Ununterbrochen. Ich arbeite hart, um meine sieben Kinder großzuziehen. Ich trage etwas zur Gesellschaft bei, wie alle anderen. Und nun werde ich rausgeworfen wie...", so berichtet es Fatima Youssouf. Sie habe eine Aufenthaltserlaubnis und einen Mann mit französischer Staatsbürgerschaft.

AFP
Auch Fatima Youssouf sollte ihr Zuhause verlieren. - AFP

Abriss wurde zwischenzeitlich unterbrochen

Der Abriss war zunächst von der Justiz gestoppt worden. Die Hälfte der Bewohner wurde bereits umgesiedelt. Insgesamt planen die Behörden die Zerstörung von eintausend Unterkünften. Viele der Bewohner sind Migranten ohne Papiere von benachbarten Inseln. Ihnen droht nun die Ausweisung.

Die Bevölkerung von Mayotte erwartet viel von "Wuambushu". Mehr als 1.800 Polizei- und Gendarmeriebeamte waren mobilisiert worden. Kriminelle Banden sollen verhaftet werden.

Zuletzt waren immer wieder Razzien durchgeführt worden. Die Zusammenstöße zwischen der Polizei und der Jugend galten als ungewöhnlich gewalttätig.