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Der Anfang vom Ende für "Fast & Furious": Das sind die Kino-Highlights der Woche

In "Fast & Furious 10" ist Vin Diesel (mit Daniela Melchior) zum vorletzten Mal als Dom Toretto zu sehen. (Bild: Universal Studios)
In "Fast & Furious 10" ist Vin Diesel (mit Daniela Melchior) zum vorletzten Mal als Dom Toretto zu sehen. (Bild: Universal Studios)

"Ernesto's Island", "Asterix & Obelix im Reich der Mitte" und "Fast & Furious 10", der vorletzte Film der gefeierten Action-Blockbuster-Reihe um Vin Diesel: Das sind die Kino-Neustarts am 18. Mai.

Ob ihm irgendwann wohl doch noch einmal ein Tränchen über die Wange rollt? Wohl kaum, nicht bei einem so stahlharten Typen wie Vin Diesel. Aber es schwang zuletzt doch viel Wehmut mit, wenn der Nummer-eins-Star der "Fast & The Furious"-Reihe über den neuesten Film sprach. Jetzt Teil zehn, danach noch ein elfter Film, dann ist Schluss mit diesem sehr eigentümlichen Stück Kinogeschichte. Also dann, anschnallen und festhalten: "Fast & Furious 10" (Originaltitel "Fast X"), der Anfang vom Ende.

Was das Publikum in dieser Woche außerdem erwartet: Max Riemelt begibt sich in "Ernesto's Island" auf einen Roadtrip nach Kuba, und in "Asterix & Obelix im Reich der Mitte" sollen die berühmten Gallier das chinesische Kaiserreich retten.

Jason Momoa verkörpert in "Fast & Furious 10" den exzentrischen Antagonisten Dante Reyes. (Bild: Universal Studios)
Jason Momoa verkörpert in "Fast & Furious 10" den exzentrischen Antagonisten Dante Reyes. (Bild: Universal Studios)

Fast & Furious 10

Neonfarbene Unterbodenbeleuchtung und Nitro-Einspritzung, das waren bei den ersten Filmen Anfang der 2000-er noch die großen "Wow!"-Elemente. Heute kann man darüber eigentlich nur noch lachen, auch deshalb, weil es schon lange nicht mehr um Autorennen geht. Die "Fast & Furious"-Reihe wurde im Lauf der Jahre immer spektakulärer und bombastischer (manche würden auch sagen: absurder), zuletzt waren die Filme immer auch große Weltretter-Missionen, die mit ihren Schauwerten mühelos neben "James Bond" oder "Mission: Impossible" bestehen. Krieg, große Waffen, globale Bedrohungen, dazwischen eben fliegende Autos.

In "Fast & Furious 10" sieht man Dom Toretto (Diesel) in seinem Dodge Charger mit fettem Turbolader beinahe senkrecht einen Staudamm hinabrasen. Oben explodieren zwei Tanklaster, die gerade frontal ineinander gekracht sind, auf dem Weg nach unten drückt Teufelskerl Dom noch extra aufs Gaspedal. An anderer Stelle jagt Dom in den Straßen Roms einer gigantischen rollenden Bombe hinterher, die den Vatikan zu zerstören droht.

Das Budget bei "Fast X" soll jenseits der 300-Millionen-Marke liegen, neben den vielen Stunts und Spezialeffekten dürfte auch der Cast bei diesem Film eine Menge gekostet haben. "Aquaman"-Star Jason Momoa ist neu dabei, er gibt den exzentrischen Antagonisten Dante Reyes. Dante ist der durchgeknallte Sohn von Gangster-Politiker Hernan Reyes, dem das "Fast & Furious"-Team früher mal einen großen Coup vermasselt hat. Dafür sollen Toretto und seine Liebsten nun bezahlen, dafür sollen sie bluten.

Neben "Fast & Furious"-Urgestein Vin Diesel und Jason Momoa dürfen sich Actionkino-Fans auf zahlreiche weitere Superstars freuen, darunter einige, die man auch schon aus den früheren Filmen kennt. Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Ludacris, Jason Statham, Helen Mirren, Charlize Theron, Scot Eastwood, John Cena, Cardi B, Brie Larson: Sie alle haben irgendwo ihren Platz gefunden in diesem wohl vorletzten "Fast & Furious"-Spektakel. Der langjährige Regisseur der Reihe ist inzwischen aber nicht mehr dabei: Justin Lin, der zuvor fünf Filme der Reihe inszenierte und auch am Drehbuch zu "Fast X" mitschrieb, stieg während der Produktion aus und wurde durch Louis Leterrier ("The Transporter") ersetzt. Ausschlaggebend für die Trennung sollen kreative Differenzen zwischen Lin und Vin Diesel gewesen sein.

Matthias (Max Riemelt) begibt sich in "Ernesto's Island" auf einen Roadtrip, der ihn für immer verändern wird. (Bild: Neue Heimat Filmproduktion)
Matthias (Max Riemelt) begibt sich in "Ernesto's Island" auf einen Roadtrip, der ihn für immer verändern wird. (Bild: Neue Heimat Filmproduktion)

Ernesto's Island

"Irgendeiner meiner unbekannten Nachbarn hat mir ein Paket gebracht: die Asche meiner Mutter mit ihrem letzten Wunsch. Sie wollte auf ihrer Insel verstreut werden." Das ist die Prämisse des neuen Films "Ernesto's Island", so dargelegt von Matthias (Max Riemelt). Matthias arbeitet in einer Werbeagentur in Berlin und wirkt eigentlich wie ein recht aufgeräumter, souveräner Typ. Am Ende dieses Roadmovies von Regisseur Ronald Vietz (Drehbuch: Ira Wedel, Ronald Vietz) wird er nicht mehr derselbe sein.

Matthias verdient gut und genießt die Vorzüge seines westlichen Single-Lebens. Um den letzten Willen seiner Mutter zu erfüllen und ihre Asche auf "ihrer Insel" zu verstreuen, muss er weg aus diesem Leben. "Ihre Insel", das ist die Ernst-Thälmann-Insel. Winzig klein, vor der Küste Kubas gelegen, kaum jemand kennt das unbewohnte Eiland. Fidel Castro schenkte es einst der DDR, eine sozialistische Freundschaftsgeste. Hier verbrachte Matthias' Mutter, eine überzeugte Kommunistin, die schönsten Jahre ihres Lebens. So wird die Reise in die Karibik für Matthias auch zur persönlichen Spurensuche.

Matthias, begleitet von seinem Kumpel Sascha (Oliver Bröckner), trifft in Kuba auf bislang unbekannte Familienmitglieder und auch auf eine Frau, in die er sich bald verliebt. Vor allem aber lernt er hier ein gänzlich neues Lebensgefühl kennen. Die Uhren ticken anders auf Ernesto's Island (benannt nach dem ehemaligen KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann). Diese Welt ist fremd, überfordert Matthias und wirft ihn zwischenzeitlich völlig aus der Bahn. Aber vielleicht gibt es hier ja doch eine Zukunft für ihn? Ein neues Zuhause? Ein neues Leben?

Ein Aufenthalt, der ihn überfordert und zeitweise völlig aus der Bahn wirft: Matthias (Max Riemelt) soll auf der kubanischen Ernst-Thälmann-Insel die Asche seiner verstorbenen Mutter verstreuen. (Bild: Neue Heimat Filmproduktion)
Ein Aufenthalt, der ihn überfordert und zeitweise völlig aus der Bahn wirft: Matthias (Max Riemelt) soll auf der kubanischen Ernst-Thälmann-Insel die Asche seiner verstorbenen Mutter verstreuen. (Bild: Neue Heimat Filmproduktion)

Asterix & Obelix im Reich der Mitte

"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten." Aber das spielt diesmal eigentlich gar keine Rolle. Eine verzweifelte junge Frau schlägt in dem kleinen gallischen Nest auf, sie braucht dringend Hilfe. Und sie kommt von weit her, also wirklich weit. Der Titel dieses bemerkenswerten neuen Kino-Abenteuers für die ganze Familie: "Asterix & Obelix im Reich der Mitte".

Asterix und Obelix sind schon ordentlich herumgekommen in den letzten Jahrzehnten. Sie waren in Ägypten und Amerika, versuchten sich bei den Olympischen Spielen und schauderten ob der britischen Essgewohnheiten. Wildschwein mit Pfefferminzsoße? Igitt! Der vielleicht größte Kulturschock ihres Lebens steht den beiden tapferen Kriegern aber erst noch bevor. In der neuesten Realfilm-Adaption der Comicreihe verschlägt es sie ins ferne China.

"Asterix & Obelix im Reich der Mitte" ist der erste Film der Reihe seit elf Jahren und der erste überhaupt, der nicht auf einem der Comics von René Goscinny und Albert Uderzo basiert. Die Macher wollten nach dem mäßigen Erfolg von "Asterix & Obelix - Im Auftrag ihrer Majestät" (2012) einen kompletten Neustart. Dafür wurden alle zentralen Rollen neu besetzt, dafür orientierte man sich bewusst in Richtung China. Nicht mehr Gérard Depardieu gibt den Obelix, sondern Gilles Lellouche. Sein treuer Freund Asterix wird jetzt von Gillaume Canet verkörpert, der auch Regie führte.

Und wie landen die beiden Zaubertrank-Liebhaber nun ausgerechnet in China? Nach einem Staatsstreich flüchtet Kaisertochter Fu Yi (Julie Chen) nach Gallien und bittet um Unterstützung. Man folgt ihrem Ruf und haut jetzt eben nicht mehr römische Legionäre, sondern verräterische chinesische Soldaten aus den Latschen. So ganz ohne Rom geht es aber doch nicht: Vincent Cassel ist als Imperator Cäsar zu sehen und Fußball-Star Zlatan Ibrahimović feiert als Caius Antivirus sein Kino-Debüt. Auf der Besetzungsliste steht außerdem Marion Cotillard als Cleopatra.

Ursprünglich sollte "Asterix & Obelix im Reich der Mitte" eine französisch-chinesische Koproduktion werden, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat das aber letztlich doch nicht funktioniert. Statt wie ursprünglich geplant wurde auch nicht in China gedreht, sondern überwiegend in Frankreich und Marokko. Die Mission, wie man sie nun auf der Leinwand sieht, blieb aber dieselbe: das große Kaiserreich jenseits der Seidenstraße retten!

Obelix (Gilles Lellouche, links) und Asterix (Gillaume Canet, zweiter von links) sollen ins Reich der Mitte reisen, um das chinesische Kaiserreich zu retten. (Bild: Leonine)
Obelix (Gilles Lellouche, links) und Asterix (Gillaume Canet, zweiter von links) sollen ins Reich der Mitte reisen, um das chinesische Kaiserreich zu retten. (Bild: Leonine)